Links

 Schachuhr
Philos 4675 - Merex 555 digitale Schachuhr
Suchen nach:
In Partnerschaft mit Amazon.de


(Bonobo) BONOBO - Der Zug 3.bxa5 (Bonobo)

1.b4 c6 2.Lb2 a5








3.bxa5

Diese Fortsetzung ist kaum dazu geeignet, den weißen Anzugsvorteil festzuhalten. Überraschenderweise aber schneidet diese Variante (Datenbasis 41 Partien) gegenüber dem Gambit und der Turmtauschvariante noch am besten für Weiß ab: Die Zahl der Gewinn-, Verlust- und Remispartien ist annähernd gleich. Dieses (minimal-)statistische Faktum ist aber kein Votum für diese Variante, sondern spricht eher gegen die weiße Spielanlage in den anderen genannten Abspielen.

Schwarz hat nun die Qual der Wahl: Soll er sich sofort den a-Bauern holen oder ihn zugunsten der Entwicklung (vorerst) mit Verachtung strafen ?

A - 3...Dxa5

B - 3...d5

Andere Alternativen bieten sich kaum:

3...Txa5 geht natürlich auch, aber vielleicht kommt der Turm doch etwas früh aus seiner "Garage" ?! In einer Partie Thiele - Haase, Sta-Neu (?) 1991 führte nun 4.c4 Sf6 [ In Labahn - Ilgner, Neustadt 1988, zeigten die Kontrahenten, was man aus einem Affen alles machen kann: 4...d5 5.e3 e6 6.Sf3 f5 7.Le2 Sd7 8.h4 Sgf6 9.d4 Lb4+ 10.Kf1 0-0 11.c5 Ta7 12.Lc3 Lxc3 13.Sxc3 ½-½ ] 5.Sf3 d5 6.e3 Lg4 7.d4 e6 8.Sbd2 Db6 9.Lc3 Ta3 10.Dc2 Lxf3 11.gxf3 Le7 12.c5 Dc7 13.Lb4 Ta7 14.a3 0-0 in eine ausgeglichene Stellung (0-1/30), die ich trotz des Läufers b4 lieber mit Weiß spielen würde.

3...Sf6 ist verwandt mit Variante B. In Roggensack - Pommerel, Fernpartie 1991, setzte Weiß 4.c4 d5 5.e3 Txa5 6.Lc3 Ta7 7.Ld4 b6 8.Sf3 e6 9.Le2 Ld6 10.0-0 Sbd7 11.cxd5 exd5 12.Lb2 0-0 =+ fort.


A - 3...Dxa5









Stellung nach 3. ... Dxa5

4.e3 Dieser Zug wurde am häufigsten gewählt.

4.c4 e5 [ 4...Db4 ist m.E. zwar nicht sonderlich empfehlenswert, aber auch nicht per se schlecht. In Negroni - van Esbroeck, Fernpartie 1993, geschah nun 5.Db3 Dxb3 6.axb3 Txa1 7.Lxa1 d6 8.f4 Lf5 9.d3 f6 10.Sf3 e5 und Schwarz hatte keine Probleme (½/31).] kann eigenständig sein, aber auch zur Hauptvariante bzw. einer der späteren Anmerkungen übergehen. 5.e3 [ 5.Sf3 f6 6.g3 Lc5 7.e3 Se7 8.Lg2 Db4 9.Db3 und nun hätte Schwarz mit 9...d5 die etwas besseren Aussichten haben können. (½/31) Grund - Diener, Fernpartie 1983 ; 5.Sc3 ist wiederum ein bescheidener Zug: 5...Sf6 6.e3 Lc5 7.Dc2 0-0 8.Sge2 Te8 9.Sc1 Lf8 10.Sb3 Dd8 11.Le2 d5 12.d4?! exd4?! (12...dxc4) 13.Sxd4 dxc4 14.Lxc4? Dxd4 0-1 Berlacki - Touzane, Orange Open 1994] 4...Sf6 6.Sf3 d6 7.Lc3 Dc7 8.d3 Le7 9.Le2 0-0 10.0-0 Sbd7 11.Sbd2 d5 12.Dc2 und nach 12...b6 hätte Schwarz keinerlei Probleme gehabt. (1-0/28) Negroni - Bendig, Fernpartie 1992

4.Sf3 unterbindet vorerst ...e5 und ist wahrscheinlich der genaueste weiße Zug. Nach 4...d5 sind Übergänge zur Variante B wahrscheinlich, so führt 5.e3 Lg4 6.Le2 Sd7 7.0-0 Sgf6 8.c4 e6 zur Partie Houdek - Hansen. Schwarz kann aber dennoch den Vorstoß des e-Bauern anstreben: 4...Sf6 5.e3 [ 5.c4 d6 6.Lc3 Da4 7.Dxa4 Txa4 8.d3 e5 9.e4 Le7 10.Le2 Sbd7 11.0-0 0-0 12.Sbd2 Sc5 =+ Law - Seack, Fernpartie 1995] 5...d6 6.Le2 e5 7.0-0 Le7 8.c4 0-0 9.Lc3 Dc7 10.d4 e4 11.Se1 d5 12.c5 Lf5 13.a4 = Busch - Bendig, Fernpartie 1988 (½/35). In Kuperski - Gugulski, Fernpartie 1994, ging Schwarz eigene Wege, bekam aber nach 4...f6 5.Lc3 Dd5 6.a3 e5 7.e3 d6 8.d4 Lg4 9.Le2 Le7 10.0-0 Sh6 11.h3 Lh5 12.Lb4 Sa6 13.Sc3 Probleme (1-0/39)

4.f4?! ist recht provokativ. In Kossobudzki - Mus, Fernpartie 1994, hatte Weiß damit tatsächlich Erfolg. Nach 4...Db4 5.Le5 d6 6.a3 Da4 7.Sc3? [ 7.Lb2 Dxf4 und Schwarz hat kaum Kompensation für den Bauern. ] 7...Da5? fuhr er am Ende den vollen Punkt ein (1-0/28). Natürlich hätte aber Schwarz mit 7...Da7 eine Figur gewonnen.

4.Sc3 Dieser sehr bescheidene Zug erlaubt Schwarz Vollpräsenz im Zentrum und dürfte kaum zum Ausgleich für Weiß reichen. Ein Beispiel: 4...Sf6 5.g3 d5 6.Lg2 e5 7.Sf3 Ld6 8.0-0 0-0 9.e3 e4 10.Sd4 Lg4 11.f3 exf3 12.Lxf3 Lh3 13.Tf2 Sbd7 mit klar besseren Perspektiven für Schwarz; (0-1/24) Lang - Knorr, Fernpartie 1992.

4...e5 Alternativzüge:

4...d5 ist hier eher zweite Wahl für Schwarz: 5.c4 Sf6 6.Sf3 Lg4 [ 6...Lf5 war zwar nicht so schlecht in Weir - Grobe, Mailpartie (?) 1994, jedoch war es 7.Lc3 Da4? ( 7...Dd8) 8.Dxa4 Txa4 9.Lxf6 gxf6 10.cxd5 e5 11.dxc6 Sxc6 12.Sc3 Ta5 13.Lb5 Le6 14.a4 Le7 15.0-0 0-0 16.d4 exd4 17.Sxd4 Sxd4 18.exd4 1-0 ] 7.Le2 [ In Sternik - Bedbur, Fernpartie 1990, zog Weiß 7.cxd5 Sxd5 8.Le2 und nun wählte Schwarz einen recht unbescheidenen Plan und wurde dafür bestraft: 8...f6 (bescheidener und besser ist 9...e6) 9.Sc3 e5 10.Db3 Lb4 11.Sxd5 cxd5 12.0-0 e4 13.Sd4 Ld7 ( 13...Lxe2 sah am Ende nicht besser aus. Schwarz steht schlicht zu luftig.) 14.a3 Ld6 15.Dxb7 0-0 16.Lc3 Ta7 17.Db3 Dc7 18.Dxd5+ Kh8 19.h3 f5 20.Lb5 1-0 ] 7...dxc4 [ Unter diesen Umständen erscheint 7...Lxf3 logischer, jedoch gefällt mir die weiße Stellung nach 8.gxf3 dxc4 9.Lxc4 e6 10.Tg1 Sbd7 11.f4 auch besser. In Houdek - Hansen, Fernpartie 1995, geschah besser 7...Sbd7 8.0-0 e6 9.cxd5 exd5 10.d4 Ld6 11.Sc3 0-0 = ] 8.Lxc4 Lxf3 9.Dxf3 Db4 10.Lb3 Sbd7 11.0-0 e6 12.Sc3 und die weiße Stellung macht mehr Eindruck in Rush - Paetzold, Fernpartie 1995 (½/26)

4...e6 5.Sf3 d5 6.Le2 c5 7.0-0 Sd7 8.d3 Sgf6 9.Dd2 Dc7 10.h3 Ld6 11.Sc3 = Ruhle - Schiffler, Bad Liebensee 1996

4...Sf6 führte in Koerner H - Hafner, Fernpartie 1994 nach 5.Sf3 d6 6.Le2 e5 7.0-0 Le7 zu einer Stellung identisch mit der Partie Busch - Bendig, verlief dann aber anders: 8.d3 0-0 9.c4 e4 10.Sd4 Sbd7 11.Sd2 exd3 12.Lxd3 Se5 ( = ) 13.S2b3 Dc7 14.De2 Te8 15.Tfd1 d5 16.cxd5 Sxd5 17.Sf5 Lf6 18.Sbd4? g6 19.Sg3 Lg4 20.Sf3 Sf4 0-1

5.Sf3 f6 6.Le2

6.c4 zog Weiß in Brzoza - Mus, Fernpartie 1991 und stand nach 6...Lc5 7.g3 Se7 8.Sc3 d5 9.cxd5 cxd5 bereits schlechter (0-1/22)

6...d5 7.0-0 Ld6 8.d3

8.c4 kam in Piszcz - Brzoza, Fernpartie 1994, vor. Schwarz setzte nun etwas ungenau mit 8...Se7 9.d4 e4 10.Sfd2 Db6 11.Dc2 Dc7 12.h3 0-0 13.c5 Lh2+ 14.Kh1 fort, wonach Weiß die besseren Aussichten besaß (½/57). Durch 8...Le6 hätte er sich die Option offen halten können, die Spannung im Zentrum aufrechtzuerhalten (Bauer e5!), ohne durch ...Sd7 seinen weißfeldrigen Läufer einzusperren.

8...Se7 9.Sbd2 Le6 10.c4

10.Sb3 zog Pegiel gegen Mus, Fernpartie 1994. Nach 10...Dc7 11.e4 d4 12.Sh4 c5 13.c4 Sbc6 14.a3 0-0 15.Lg4 Lf7 waren die Aussichten in etwa gleich (0-1/42). Schwarz hätte jedoch seinen Aufbau mittels Abtausch seines schlechten Läufers durch 12...La3 verbessern können.

10...Sd7 11.h3 0-0 12.Dc2 und nun könnte Schwarz mit 12...b5 etwas bessere Aussichten erreichen. In Dziel - Mus, Fernpartie 1994, zog Schwarz aber weniger entschlossen 12...Ta7 13.Tfc1 b6 14.a4 Sc5 15.Lc3 Da6 16.d4 Lf5 17.Dd1 und verlor nach 17...Sd3? 18.Lxd3 Lxd3 19.dxe5 fxe5 20.Lxe5 Lxe5 21.Sxe5 dxc4 22.Sdxc4 Lxc4 23.Sxc4 Sd5 24.Se5.

Summa summarum zeigen die Praxisbeispiele, daß Schwarz natürlich nach 3...Dxa5 kaum Probleme zu lösen hat, es sei denn, er sucht sie. Auch ist diese Variante der Variante B vorzuziehen - sie ist einfach schnörkelloser.


B - 3...d5









Stellung nach 3. ... d5

4.Sf3

Weiß hat auch schon versucht, den a-Bauer zu decken: 4.Lc3 In Müller - Wölfelschneider verteidigte Weiß den Mehrbauern: 4...d4 5.Lb4 Sf6 [ Sehr beachtlich ist sofort 5...Sa6 ] 6.Sf3 Sa6 7.La3 Dxa5?! [ 7...Dd5, Idee ...e5 reicht zum Ausgleich, z.B. 8.c3 dxc3 9.Sxc3 Dxa5 oder 8.Lb2 e5 9.c3 dxc3 ] 8.Sxd4 e5 9.Sb3 Dd8. Nun hätte Weiß mit 10.Lxf8 bereits beträchtlichen Vorteil sein eigen nennen können, er zog jedoch 10.Lb2 und verlor später noch (28).

4.e3 Txa5 stellt durchaus eine eigenständige Alternative zum Text dar: In der Partie Woschkat,K - Heinz-Parzefall, Compuserve Fernpartie 1996, geschah 5.Sf3 Lg4 6.Le2 Sd7 7.0-0 Sgf6 8.h3 Lxf3 9.Lxf3 e5 10.d3 Le7 11.c4 0-0 und die Stellung war völlig ausgeglichen (½/23). In Bakker - Polgar X, AEGON 1990 ging der Mensch mit 5.f4 Sf6 6.Sf3 Lg4 7.Le2 e6 8.0-0 Ld6 9.Kh1 0-0 10.d3 Lc5 11.Sd4 Lxe2 12.Dxe2 Lb6 13.Sd2 Sbd7 zwar etwas forscher zur Sache, doch der Computer hielt das Gleichgewicht (½/52). 4...Sf6 wiederum stellt in der Regel Zugumstellung zum Text dar. In Roe - Verchueren, Two Game Match IECG 1997, setzte Weiß jedoch mit 5.c4 fort und kam nach 5...Lf5 6.Db3 Dc7 7.cxd5 Sxd5 8.Sc3 e6 9.e4 Sxc3 10.exf5 Sd5 11.fxe6 fxe6 12.Dh3 Df7 13.Sf3 Sf4 14.Dg4 h5 15.Dg5 Ld6 16.g3 zu einem schnellen Sieg. Die schwarze Spielanlage ist jedoch an mehreren Stellen verbesserungsbedürftig, z.B. spricht nichts gegen 5...Dxa5.

4...Sf6

4...f6 5.g3 e5 6.Lg2 Le6 7.0-0 Ld6 8.d3 Se7 9.Sbd2 Txa5 10.c4 0-0 11.cxd5 cxd5 12.Sb3 Ta7 =+, Woschkat - Stock, Fernpartie 1994 (1-0/46).

5.e3 Lg4

5...Lf5 6.d4 e6 7.Sbd2 Dxa5 8.c4 Sbd7 9.Le2 dxc4 10.Lxc4 b5 = Davis - Pennachin, Fernpartie 1997 (0-1/20).

5...e6 Das ist etwas passiv. In Woschkat - Heinz-Beutel, cr Compuserve 1996, stand Weiß denn auch nach 6.c4 Ld6 7.Le2 0-0 8.0-0 Txa5 9.Dc2 h6 10.Tc1 Sbd7 11.d4 dxc4 12.Dxc4 Dc7 13.Sbd2 etwas besser (½/21).

6.Le2 Zu dieser Variante wurden drei Partien gespielt:

In Tain - Labahn, Fernpartie 1987 erreichte Schwarz nach 6...e6 7.0-0 Ld6 8.h3 Lh5 9.d4 Txa5 10.Sbd2 b5 11.a3 0-0 12.Se5 Lxe2 13.Dxe2 De7 eine eher vorteilhafte Stellung, jedoch zog man hüben wie drüben nicht sonderlich genau (½/35). So hätte ich für Schwarz 9...Dxa5 oder 9...Lc7 vorgezogen, Weiß dagegen traf m.E. mit 11.a3 (11.Sb3;11.Ld3) eine mäßige Entscheidung.
In Lehtonen - Lehtimaeki, I Division Finnland (nehme ich an) 1997 [ Eine Turnierpartie, ich fasse es nicht, endlich wieder eine Turnierpartie !], wiederum plante Schwarz mittels 6...Sbd7 den Vorstoß des e-Bauern nach e5 - ein in dieser Stellung vielleicht nicht ganz adäquater Plan. Nach 7.0-0 Dxa5 8.Sd4?! [ Weiß könnte besser mit 8.h3 den schwarzen Läufer sofort angehen und eventuell mittels ...g4 und/oder Sh4 weiter jagen.] Lxe2 9.Dxe2 e5 10.Sf5 hätte Lehtimaeki jedoch effektvoll mit 10...Db4 11.Lc3 De4 und deutlichem Vorteil fortsetzen können, zog jedoch schwächer 10...Db6 (1-0/32 ). Im Nachhinein fiel mir noch die Partie Preu - Hirtreiter, Fernpartie 1990, in die Hände, in der 10.Sb3 geschah. Nach 10...Db4 11.f4 Ld6 12.a4 De4 13.d3 Dg6 entstand eine Stellung mit gleich verteilten Chancen (½/22).

Das vorläufige Urteil über die Variante mit 3...d5 fällt etwas schlechter aus als vergleichsweise die Beurteilung zur Sofortbedienung auf a5. Zumindest in der Praxis schien Schwarz vom temporären oder endgültigen Verzicht auf den Bauern a5 nicht sonderlich zu profitieren. Also: Warum nicht gleich nehmen ?

 Schachfiguren Tutenchamun Pharao von Ars-Bavaria
Schachfiguren Tutenchamun Pharao
aus Kunststein, handbemalt
Zur Bestellung clicken 202 Surprising Checkmates
von Fred Wilson, Bruce Alberston
Taschenbuch 1998
112 Seiten

Suchen nach:
In Partnerschaft mit Amazon.de


Copyright © 24.03.2003 Thomas Siebe

Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von den Inhalten der Seiten, zu denen die Links auf meinen Seiten führen, weil ich auf diese Inhalte keinen Einfluß habe, u.U. aber dafür verantwortlich gemacht werden könnte, weil ich sie gelinkt habe.

Links Der Schachcookie