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Zehn weitere Kombis und die Fortsetzung des Endspiels

Im Chesscookie Juli präsentieren wir Kurzschlüße und die Fortsetzung des Endspiels. Dazu eine schachliche Grundregel, die der homo ludens gar nicht genug internalisieren kann. Im August kommt dann der lang versprochene Schachtest !

1) Horovitz - Pavey, USA 1951








Weiß am Zug

2) Abrahams - Thynne , Liverpool 1932








Weiß am Zug

3) Popiel - Marco , Monte Carlo 1902








Schwarz am Zug

4) Honfi - Minic , Jugoslawien 1966








Weiß am Zug

5) Sznapik - Bronstein , 1976








Schwarz am Zug

6) Lampson - Munco, Fernpartie 1994








Schwarz am Zug

7) Unhola - Salonen, Helsinki 1980








Weiß am Zug

8) Knezevic - Mesing, Jugoslawien 1976








Weiß am Zug

9) Siebe - Baumhus, Enger 1986








Weiß am Zug

10) Issakow - Nikitin , Fernpartie 1974








Schwarz am Zug

...und nun zu den Lösungen...

10) und zurück...
1... Dd3+ 2. Ke1 Dxb1 0-1

9) und zurück...
1. Se6 gxh4 2. Th2 1-0

8) und zurück...
1. Tfe1 Ld6 2. Te3 1-0

7) und zurück...
1.Sxf5+ gxf5 2.fxg5# 1-0

6) und zurück...
1...Txd5 2.Dxd5 Le4 0-1

5) und zurück...
1...Dxc1+ 2.Dxc1 Lxb2 0-1

4) und zurück...
1.Da7 1-0

3) und zurück...
1... Lg1 0-1

2) und zurück...
1.Dg8+ Kxg8 2. Sg6 1-0

1) und zurück...
1. Kh4 und patt. Diesen Zug widmete Herr Horovitz den reichlich vertretenen "Pattfans" bei der PTSG !

...und nun das Endspiel:

Im letzten Chesscookie Juni sahen wir eine Konstellation, in der die Freibauernpartei ihren Turm schändlicherweise vor dem Freibauern plaziert hatte, während die schwächere Partei mit der Schwerfigur den Freibauernn "a posteriori" unter Beschuß nahm. Obwohl Weiß über einen aktiven Plan verfügte, konnte er dennoch nicht gewinnen. Anders verhält es sich, wenn die Türme ihre Rollen tauschen. Demonstriert wird dies hier in einem klassischen Beispiel vom verstorbenen WM Aljechin persönlich:

Aljechin - Capablanca, Petersburg 1928








Weiß am Zug
und zurück

1.Ta4 Natürlich muß der Bauer gedeckt werden und vor allem: Der Turm muß hinter den Freibauern. Unangenehmer Nebeneffekt für Capablanca: Sein Turm ist vorerst kaltgestellt, da sonst der Freibauer weiter vorrückt. Versucht Schwarz dann mit Turm und König den a-Bauern wieder zu blockieren und abzuholen, landet er in einem verlorenen Bauernendspiel. Der weiße Plan indeß ist glasklar: Der König muß zum Damenflügel wandern und seine Turm-Bauern-Spitze unterstützen. Schwarz muß das verhindern: 1...Kf6 2.Kf3 Ke5 3.Ke3 Opposition ! Was nun, Capa ? Ein Zug mit dem König läßt dem weißen König Spielraum zur freigemachten Seite: 3...Kf5 4.Kd4 und Weiß ist zum Sieg durchgebrochen. 3...Kd5 4.Kf4 ist zwar zäher, auf die Dauer aber wird Weiß mit einem Bauernvorstoß ein Einbruchsfeld in die Königsflügelphalanx schaffen und dann Fuchs unter den schwarzen Hühnern sein. Capablanca entscheidet sich für eine noch zähere Verteidigung: 3...h5 4.Kd3 Kd5 5.Kc3 Kc5 Schwarz hat dem weißen König tatsächlich den Einstieg verwehrt. Aber Weiß hat Pfründe, mit denen er wuchern kann. Der Gewinn des weißen a-Bauern nämlich bedeutet nach wie vor gewonnenes Bauernendspiel für Aljechin, während Schwarz in eine Zugzwangsituation manövriert werden kann: 6.Ta2! Wieder die Opposition. Es hilft nicht 6...Kb5 7.Kd4 Txa5 8.Txa5+ Kxa5 9.Ke5 und auch nicht 6...Ta8 7.a6. Aber Capablancagreift zum letzten möglichen Plan: Er weist im folgenden dem Turm die Deckungsarbeit für den Königsflügel zu, während er mit dem König den Freibauern blockiert: 6...Kb5 7.Kd4 Td6+ 8.Ke5 Te6+ 9.Kf4 Ka6 Vollbracht. Jetzt aber rächt sich der Zwischenzug 3...h5, da der König nun doch in die schwarze Schafherde einbricht: 10.Kg5 Im Endeffekt zielt der König, zur Not auch mit Unterstützung seines Turmes, auf den schwächsten Punkt f7. 10...Te5+ 11.Kh6 Tf5









Stellung nach 11...Tf5

Wie Awerbach in seinem Buch "Lehrbuch der Schachendspiele", Teil 2 zeigt, konnte Aljechin hier bereits schnell gewinnen, da sich Schwarz in einer Zugzwangsituation befindet. Letztere basiert insbesondere auf der unglücklichen Stellung des Turms: 12.Kg7 Tf3 13.Td2! mit dem Plan Td6+ nebst Tf6. Schwarz ist verloren, z.B. 13...Kxa5 14.Td5+ Kb4 15.Td4+ Kc5 16.Tf4. Trotzdem ist auch der Rest der Partie interessant:
Weiß machte es sich aber noch etwas schwer: 12.f4 Tc5 Begibt sich gerade aus der o.a. Bredoille 13.Ta3 Tc7 14.Kg7 Td7 15.f5 (Hier war wohl auch 15.Kf6 Tc7 16.Tf3 Kxa5 17.f5 möglich) 15...gxf5 16.Kh6 f4 17.gxf4 Td5 18.Kg7 Tf5 19.Ta4 Kb5 20.Te4 Ka6 Klar, daß der a-Bauer wg. Te5+ vorerst noch tabu war. 21.Kh6 Txa5 22.Te5 Ta1Die schwarzen Figuren sind weit weg vom Brennpunkt des Geschehens. Das ist schon einen ..... wert. 23.Kxh5 Tg1 24.Tg5 Th1 25.Tf5 Kb6 26.Txf7 Kc6 27.Te7 und Capablanca gab sich geschlagen. 1-0

Auch dieses Endspiel bestätigte eine Regel, die für die stärkere Seite in Endspielen, gleich welcher Art, meistens gilt und die hier zu zitieren nur nützlich sein kann:
Somit läßt sich der allgemeine Plan zur Verwertung eines Mehrbauern, ...auch bei Turmendspielen anwenden. Die stärkere Seite bildet einen Freibauern und versucht ihn mit Unterstützung des Turmes vorzurücken. Stellt sich dem Bauer der gegnerische Turm in den Weg, begibt sich der König zum Bauern, um den Turm zu vertreiben. Wird der Bauer durch den König blockiert, ist es erforderlich, mit König oder Turm in die gegnerische Stellung am anderen Flügel einzudringen und entscheidenden Materialvorteil zu erringen.(Awerbach, J., "Lehrbuch der Schachendspiele", Band 2, S.150)


Copyright © 24.03.2003 Thomas Siebe

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