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Der König im Doppelangriff


Doppelangriff durch den König ? An diese Figur denkt man bei diesem Thema sicherlich kaum zuerst. Ja, im Endspiel, da kennt man den König, wie er sich durch die Hintertür gleichzeitig zwei Bauern nähert. Sehr selten aber - weil entweder trivial oder sehr überraschend - gewinnt der König durch einen Doppelangriff eine Leichtfigur oder sogar einen Turm. Und es gibt noch einen besonderen "Trick", mit dem der König plötzlich lange Beine bekommt und einen Turm verspeist, aber davon weiter unten. Bestimmten Figuren jedoch kann der Monarch mit dem Doppelschlag nicht gefährlich werden: Der gegnerischen Gattin im Duo mit einer anderen Figur z.B. kann der König mit diesem taktischen Motiv nicht an´s Gewand. Auch zwei Läufer machen eine Annäherung a priori schon unmöglich. Und beim Angriff auf zwei Türme muß die Stellung schon Besonderheiten aufweisen, damit ein Gemäuer abgerissen werden kann:









Allein die unseligen Bauern verursachen in dieser Stellung den unweigerlichen Verlust einer der Türme. Ansonsten hätten die Türme die Möglichkeit, sich gegenseitig Deckung zu geben. Erst wenn mögliche Deckungslinien bzw. Deckungsfelder blockiert werden, kann der König zwei Türmen durch einen Doppelangriff gefährlich werden. Zunächst einmal aber zur folgenden Diagrammstellung, die zeigt, wie problemlos ein hungriger König einen double assault auf Springer und Läufer ausführen kann.









Der Doppelangriff des Königs auf Läufer und Springer ist wohl derartig trivial, daß ich in der Turnierpraxis, sprich: meinen Datensätzen kein Beispiel finden konnte. Noch seltener dürfte der Angriff auf zwei Springer sein und das folgende Diagramm verrät, warum:









Die beiden Springer errichten um sich herum eine Art Schutzwall, so das der König nur von der Seite einen Springer angreifen kann - im Beispiel wären das die Felder f5 und c5 - oder ein Springer mit Schach auf den König in diese Konstellation hereinzieht und damit den Doppelangriff - in diesem Beispiel auf auf e4 oder d4 - provoziert. Leichter fällt dem König dagegen der diagonale Überfall auf die Kavallerie des Gegners:









Nach langem Kramen konnte ich für diese Konstellation sogar ein Beispiel aus meiner Turnierpraxis finden:

Siebe - Traugott (?), Würzburg 1985








Stellung nach 43...Sxe5

44.Sxc7+ Sxc7 45.Kd6 Das Ganze war also mehr eine Abwicklung in ein gewonnenes Endspiel denn Materialgewinn. Es folgte noch 45...Sd3 46.Kxc7 Sc1 47.h4 Sxa2 48.h5 Sc3 49.h6 Sd5+ 50.Kd6 Sf6 51.Ke6 Sh7 52.Kf7 1-0

Ebenfalls recht selten sollte einem Angreifer folgender Glücksfall widerfahren, in dem der König Turm und Springer gleichzeitig bedroht. In der Regel ist man dabei im Vorfeld schon auf einen schweren Fehler des Gegners, z.B. ein Turmschach, angewiesen:









Sozusagen aus eigener Kraft kann der aggressive Monarch folgende Konstellation erreichen, wobei der Angreifer davon profitiert, daß Türme am Rand des Brettes den Bauwerken in der Realität ähneln: Sie können sich kaum bewegen...









Für den Turnierspieler ist ein Doppelangriff des Königs eher technischer Bestandteil von Bauernendspielen, in der Praxis stellt dieses Motiv für den Crack auch in 1000 Partien weder Überraschung noch Gefahr dar, oder ? Für das bisher Dokumentierte gilt das sicher uneingeschränkt, aber es gibt noch eine tückische Variante des Königsdoppelangriffes, die für so manchen Spieler dann doch überraschend kommt (und kam !):









Weiß am Zug gewinnt

Regelkunde kann hier nicht schaden, da so mancher Schachspieler an dieser Stelle die 1.0-0-0+ tatsächlich gar nicht erst berücksichtigt. Selbst Großmeister sollen in ähnlichen Situationen schon den Schiedsrichter nach dem Recht zu rochieren befragt haben. Tatsächlich ist diese Form des Doppelangriffs durch den König (und natürlich auch den Turm) einzigartig. Denn erstens funktioniert es nur mit dem Schlachtopfer feindlicher Turm und zweitens ausschließlich mit der großen Rochade. Und doch kommt es auch in der Turnierpraxis vor und zwar trotz der Einzigartigkeit relativ häufig:

Flis - Widera, Koszalin 1997








Stellung nach 20. Sxc6

Schwarz geht´s gar nicht gut: 2 Bauern minus. Da war der nächste Zug schon Pflicht, wenngleich natürlich schlecht. Aber was ist in dieser Stellung schon schlecht ? Langweilige Züge ! Und das kann man Schwarz mit dem nächsten Zug nicht vorwerfen. Also 20...Txb2 21.0-0-0 was sowohl matt auf d8 wie auch Abriß auf b2 droht. 1-0 Ein weiteres Beispiel:

Nilsson - Dahl Pedersen, Koge 1997








Stellung nach 14. ... Txb2

Und noch einmal nach dem gleichen Schema: 15.0-0-0 Sd5 16.Lxd5 cxd5 17.Txd5 Warum auch den Turm schon nehmen, wenn man noch einmal genüßlich matt drohen kann ? 1-0


Copyright © 24.03.2003 Thomas Siebe

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