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Zehnzügequickies - die kürzesten (Groß- oder Klein-)meisterpartien


Der Tragödien zweiter Teil (Teil 2) - Kleine Perlen


In Teil 1 waren wir auf Rekordjagd bzw. betrachteten Mattbilder, die bereits in den ersten 10 Zügen entstanden. Teil 2 dagegen verspricht ästhetischer, lehrreicher und dafür weniger lustig zu werden. In vier Abschnitte habe ich diesen Cookie geteilt. Unter der Überschrift Perlen finden Sie Partien, die entweder relativ spektakulär oder sogar relativ komplex waren. Der Abschnitt Motive zeigt die häufigsten (ansehnlichen) Motive, die die sportliche Begegnung am Brett so grausam und schnell beenden können. Unter der Überschrift Damenfang sind Partien dokumentiert, in denen die Partie ein frühes Ende nahm infolge, na....? Der letzte Abschnitt "bad surprise", böse Überraschung, ist dem vermeintlich überraschenden Zug oder Manöver gewidmet.

Perlen

Einsteigen will ich mit einer kleinen Partie und einer kleinen Geschichte. Die Partie wäre wohl die Notation nicht wert, wenn der Verlierer nicht Capablanca hieße und wenn über den Hintergrund des einzigen Figureneinstellers in dessen Karriere nicht eine kleine Geschichte kursierte:

Samisch - Capablanca, Karlsbad 1929
1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.Dc2 Sc6 5.Sf3 d6 6.Lg5 e5 7.d5 Se7?? 8.Da4+ 1-0

Der Klatsch, der hier meiner Erinnerung 1 nach erzählt wurde, geht im Telegrammstil so: Überraschend angereiste Ehefrau von Capablanca erscheint beim 7. Zug (m.E. - wenn überhaupt - sicherlich einen Zug früher) im Spiellokal und verlangt den Hotelschlüssel zu Capa´s Zimmer, während dort eine Freundin auf den Weltmeister wartet ;-). Alles klar ? Das es dessen aber gar nicht bedurfte bei den tugendsamen Männern und Frauen der Zwanziger, zeigt der sicherlich diesbezüglich über jeden Zweifel 2 erhabene Teutone Siegbert Tarrasch, auf den bestimmt niemals eine Frau in einem Hotel gewartet hat und dennoch...

Tarrasch - Bogoljubov, Gothenburg 1920
1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 b6 4.Lg5 Lb7 5.e3 h6 6.Lh4 Lb4+ 7.Sbd2? g5 8.Lg3 g4 Der Springer darf wg. ...Se4 nicht weichen 9.a3 gxf3 0-1

Ein ähnliches Schicksal erleidet der Amerikaner Frank Marshall gegen den Mexikaner (Vorname ist mir entfallen) Torre in der folgenden Partie:

Marshall - Torre, New York 1925
1.d4 Sf6 2.c4 Sc6 Hypermodern... und erfolgreich ! Tango nennt man diese Eröffnung wohl. 3.d5 Se5 4.b3 e6 5.Lb2 Lb4+ 6.Sd2 Se4 7.Lc1 Df6 0-1 Von wegen "Alamo!". Geronimo !! Die nächste Partie qualifizierte sich als Perle durch ein recht schön anzusehendes Matt:

Abrikossowoski - Parkow, Moskau 1938
1.e4 e5 2.Sf3 d5 3.exd5 Dxd5 4.Sc3 Da5 5.De2 Sc6 6.d3 Lg4 7.Ld2 Sd4 8.Dxe5+ Nein, kein ? für den Zug. Gospodin Abri... genügt lediglich seiner Pflicht gegenüber den Lehrbüchern. 8...Dxe5+ 9.Sxe5 Sxc2#









9. ... Sxc2#

Diesbezüglich noch einige Perlen:

Schoeber - Bouwmans, Eindhoven 1981
1.c4 e5 2.Sc3 Sc6 3.Sf3 g6 4.d4 exd4 5.Sxd4 Sge7 6.Lg5 Lg7 7.Sd5 Lxd4 8.Dxd4 Sxd4 9.Sf6+ Schade, daß Meister Bouwmans das Matt mit 10.Lh6# nicht mehr zuließ, aber Verlierer haben halt auch ihre Rechte. 1-0

Herrings - Janssen, HMC 1983
1.e4 e5 2.Sf3 Lc5 3.Lc4 h6 4.Lxf7+ Kxf7 5.Sxe5+ Ke6 6.d4 d6 7.Dg4+ Kf6 8.Dg6+ Ke7 9.Df7#

Koronghi - Szemegyi, Budapest 1985
1.e4 c5 2.Sf3 b6 3.d4 Lb7 4.Lc4 Lxe4 5.Lxf7+ Kxf7 6.Sg5+ Ke8 7.Sxe4 cxd4 8.Dh5+ g6 9.De5 Sf6 10.Sd6#

Van_der_Heijden - Feenstra, 't Harde, 1982
1.e4 d6 2.Lc4 Sd7 3.Sf3 b6 4.Lxf7+ Kxf7 5.Sg5+ Kf6 Es war einmal ein armer Wandersbusch´, der zog aus, sein Glück zu finden. Alles Märchen... 6.Df3+ Ke5 7.d4+ Kxd4 8.Dc3#

Und nun noch ein sehr schönes Mattbild, das wahrlich ein Diagramm wert ist:

Sokolov - Semenov, USSR 1987
1.e4 e5 2.Sf3 Df6 3.Lc4 Dg6 4.0-0 Dxe4 5.Lxf7+ Ke7 6.Te1 Df4 7.Sxe5 Df5 8.g4 Df6 9.Sg6+ Kxf7 10.Sxh8#









10. Sxh8#

Wenn man von jemandem sagt, er habe blind gespielt, dann ist das wenigstens im Schach eine recht ambivalente Notiz. Wenn nämlich ein Weltmeister blind gespielt hat, bedeutet das meistens folgende Miniatur:

Aljechin - De Cossio, San Sebastian blind 1944
1.e4 e5 2.Sc3 Lc5 3.Lc4 Se7 4.d3 Sbc6 5.Dh5 0-0 6.Lg5 De8 7.Sf3 Sg6 8.Sd5 Lb6 Oh Oh... 9.Sf6+ gxf6 10.Lxf6 1-0 Für alle, die um 4:30 am Morgen vorbeigesurft kamen - es droht undeckbar matt mittels Dh6. Tja, die Dame im Angriff... (Siehe auch hier)... typisches Motiv... Merken ! Da fällt mir folgendes kleines Prunkstück auf die Festplatte:

Polzin - Fritzsche, Open Berlin 1996
1.e4 e5 2.Lc4 Sf6 3.d4 exd4 4.Sf3 Sxe4 5.Dxd4 Sd6 6.0-0 Sxc4 7.Te1+ Le7 8.Dxg7 Tf8 9.Lh6 1-0

Also mir gefiel das ganz gut - zeigt die Schrecken von König in der Mitte, offener Turmlinie und Entwicklungsrückstand. Really deterring - wirklich abschreckend - pflegte mein mönchmäßiger Blitzpartner im Himalaja zu sagen - gezogen wurde da in Ermangelung einer Uhr spätestens bei der nächsten Lawine. Da muß Kiril Georgiev in der nächsten Nanopartie zweier Großmeister die Zeit überschritten haben - er kam nämlich unter die Lawine:

Nunn - Georgiev, Linares 1988
1.e4 c6 2.d4 d5 3.Sd2 dxe4 4.Sxe4 Sd7 5.Sg5 h6 6.Se6 Ein Dia, ein Dia...!









Stellung nach 6. Se6

Das erinnert mich irgendwie an eine Partie Deep Blue - Kasparov, oder ? Wie auch immer... looks pretty ! 6...Da5+ 7.Ld2 Db6 8.Ld3 fxe6 9.Dh5+ Kd8 10.La5 1-0

Ist mit Ihnen schon einmal jemand Schlitten auf dem Brett gefahren ? Sicherlich, aber auch schon einmal Wasserski ? Nein ? Dann sehen Sie mal, wie es Herr Godes damit ergeht:

Waserski - Godes, Swerdlowsk 1975
1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5 Sbd7 7.Le2 h6 8.Lh4 b5 9.Sd5 Lb7? 10.Se6 1-0

In der nächsten Partie treffen wir Mr. Unbekannt, besser noch Mr. Unerschrocken:

Teschner,R - Unknown, Southsea 1951
1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Sf3 Le7 4.Lc4 Sf6 5.Sc3 Sxe4 Um nach 6.Sxe4 mit 6...d5 Gaul und Bischof aufzuspießen, aber zumindest Euer Merkwürden zieht da einen königlichen Heimgang vor: 6.Lxf7+ Kxf7 7.Se5+ Ke6? Die Erde gehört den Tapferen, denkt der schwarze Chef. Da hat er schon recht, allerdings ist nicht die Erdoberfläche gemeint... 8.Dg4+ Kxe5 9.d4+ Kxd4 10.Le3+ 1-0 Treue ist sicherlich eine geschätzte Eigenschaft, aber für einen Gaul ein Königreich opfern ? Sind wir in Hastings ? Nein, die nächste Partie stammt aus dem Open in Lugano:

Gianola - Beck, Lugano open 1988
1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Lc4 Sxe4 4.Lxf7+ Kxf7 5.Dh5+ Ke6? "Ein Königreich für das Pferd !" 6.d5+ Kf6 7.Sf3 Sc5? Der Regent rettet den Rappen, doch roh ist die Realität: 8.Lg5+ 1-0 Tja, wie man´s macht, macht man´s falsch. Im folgenden Beispiel läßt das Herrscherpaar den Rappen im Stich und verliert sein Königreich trotzdem:

Sonntag - Auer, Porz 1990
1.d4 Sf6 2.c4 d6 3.Sc3 e5 4.e4 exd4 5.Dxd4 g6? Tscha, da wird ohne Rücksicht auf die pferdeköpfigen Einwohner dieser Region am Königspalast gebaut. Kurzsichtige politische Fehlentscheidung ! 6.Lg5 Lg7 7.e5 dxe5 Eine nette Variante ergibt sich nach 7...Sc6 8.exf6 Sxd4 9.fxg7. Hausbesetzung ! 8.Dxd8+ Kxd8 9.Sd5 1-0 (9...Sbd7 10.Td1)

Die nächste Partie bringt uns nun die Rache der Gäule, in diesem Fall ein agiles Schimmelgespann, das den schwarzen Majestäten die Hölle heiß macht:

Bhend - Schneiders, San Bernardino open 1985
1.e4 b6 2.d4 Lb7 3.Sc3 e6 4.Ld3 Sf6 5.Sge2 d5 6.e5 Sfd7 7.Sf4 c5? Allzu optimistisch - jetzt folgt die Kavallerieattacke (Dia!)









8.Sxe6 De7 9.Sxd5 1-0 Nach 9...Lxd5 10.Sc7+ nebst Sxd5 ist das schwarze Bauernheer empfindlich geschmolzen.

Motive

Nun aber zu den ansehnlichen Motiven (Was heißt, daß schlichte Einsteller nicht berücksichtigt sind) , die nach Durchsicht des Materials überproportional für das Einsparen von Kugelschreibertinte bei der Mitschrift verantwortlich waren. Beginnen will ich mit einem Motiv, daß in Teil 1 und in der Perlenrubrik schon mehrfach auftauchte und später noch auftauchen wird: Das Läuferopfer auf f7.
( Im Übrigen gelobe ich, in der Zukunft auch einen oder zwei Cookies über die Standardfigurenopfer auf h7 und f7 zu bringen - aber erst, wenn ich Lust dazu habe )

Jovanovich - Tuomainen, Medellin 1974
1.e4 d6 2.d4 g6 3.Sf3 Lg7 4.Lc4 Sf6 5.0-0 Sbd7? 6.e5 dxe5 7.dxe5 Sg4 8.Lxf7+ 1-0 Auf 8...Kxf7 folgt 9.Sg5+ und der inkompetente Monarch darf sich entscheiden, ob er sich selbst mittels 9...Kg8 10.Dd5+ entleibt oder sich hinter seiner Frau versteckt nach 9...Kf8/Ke8 10.Se6. Natürlich kann Schwarz auch auf den Märtyrer f7 mittels 8...Kf8 verzichten, aber wird doch ein Opfer der weißen PS mittels 9.Sg5. Noch eine Katastrophe auf f7, dann haben wir davon für´s Erste genug gesehen:

Dainauskas - Blecher, Siauliai 1980
1.e4 c6 2.Sc3 d5 3.Df3 d4 4.Lc4 Sf6 5.e5 dxc3 6.exf6 g6 7.dxc3 Sd7? Und wieder hüpft Fury aus dem Gatter und tritt den eigenen Jockey: 8.Lxf7+ 1-0

Unser nächstes Motiv heißt... Freibauer ! Wie das in höchstens 10 Zügen möglich ist, fragen Sie ? Dank des Opfermutes von sterbenden Türmen auf a2 bzw. a7:

Dagorov - Beckman, USSR 1980
1.e4 g6 2.d4 Lg7 3.Sc3 d6 4.f4 c6 5.a4 Db6 6.Sf3 Lg4 7.a5 Lxf3 8.axb6 Lxd1 9.Txa7 1-0

Und noch ein besonders schönes Exemplar (finde ich), zumal es einen älteren Zwilling hat :

Terentiev - Gallagher, Liechtenstein 1990
1.d4 Sf6 2.Lg5 Se4 3.Lf4 c5 4.c3 Db6 5.Db3 cxd4 6.Dxb6 axb6 7.Lxb8 dxc3 8.Le5









8...Txa2! 0-1
Wieso 0-1 ? 9.Txa2 c2 heißt die Lösung... Und nun werfen Sie einen Blick auf den älteren Zwillingsbruder:

Schlechter - Perlis, 1911
1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Lf5 4.Db3 Db6 5.cxd5 Dxb3 6.axb3 Lxb1 7.dxc6 Le4 8.Txa7 1-0 Dieser hilflose Gaul auf der Grundlinie ! Und deswegen ein Diafragment (Ups!) für´s Gedächtnis:

EDITORIAL



Ein von einem Bauern auf der achten bzw. ersten Reihe angegriffener Springer kann den Durchmarsch des Bauern nicht verhindern !
Und noch ein schönes Beispiel, um die Sache mit dem a-Bauern abzurunden:

Santos - Silva, Portugal 1984
1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 a6 4.g3 b5 5.cxb5 axb5 6.Lg2 Lb7 7.Db3 b4 8.0-0 Ld5 9.Dc2 Txa2 10.Txa2 b3 0-1 Und noch ein letztes Beispiel zum Thema Freibauer, verschmolzen mit einem anderen typischen Motiv:

Nagy - Balogh, Budapest 1947
1.e4 c5 2.b4 cxb4 3.d4 e5 4.dxe5 Sc6 5.Sf3 Sge7 6.Lf4 Sg6 7.Lg3 Da5 8.Dd5? Okay, okay, ich kann ja gut Zeichen setzen, aber wer ahnt denn das Kommende schon ? 8...b3+! 9.Dxa5 b2 10.Dc3 Lb4 0-1 Dieses Fesselungsmotiv wird uns nun auf etwas andere Art und Weise beschäftigen:

Tamminga - Leenes, Groningen 1984
1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.f3 c5 4.dxc5 Da5+ 5.Dd2 Dxc5 6.Dc3 Dc6? 7.Lb5 1-0 Unsere schwarze Prinzessin mußte feststellen, daß sie diesen laufenden Liebhaber nicht abweisen konnte: Pech für ihren Gemahl. Und noch ein unabweisbarer Läufer und eine Ebenholzdame, die bei dieser Liason unter die Hufe geriet:

Balabanow - Moros, Frunse 1984
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.c3 Sf6 4.d4 Sxe4 5.d5 Sb8 6.Sxe5 De7 7.Dd4 d6 8.Dxe4 f5? Diese Vorstellung des Möchtegern-Protagonisten von der Scholle kommt beim bleichgesichtigen Publikum schlecht an: 9.Lb5+ Kd8 10.Lg5 1-0









Schlußstellung

(Diagramm) Hat da jemand im ersten Augenblick einen Schreck wegen der weißen Dame bekommen ? Kleiner Tip: Es droht - verzeihen Sie mir den Enthusiasmus - wunderschön 11.Sf7#. Und noch ein Sololauf eines zuvor namenlosen Läufers. Sie können ihn nun taufen:

Sanahuja - Fernandez, Badalona 1983
1.c4 e5 2.Sc3 Sc6 3.Sf3 f5 4.d4 exd4 5.Sxd4 Df6? 6.Sdb5 Kd8 7.Sxc7 Tb8 8.Lg5 1-0 Es folgt nun eine an sich recht bekannte Eröffnungsfalle - 6 identische Partien könnte ich vorführen, doch bescheiden begnüge ich mich mit dem "jüngsten" Exemplar:

Reichert - Feng, Calgary 1996
1.d4 e5 2.dxe5 Sc6 3.Sf3 De7 4.Lf4 Db4+ 5.Dd2 Dxb2 6.Dc3 Lb4 0-1 Und natürlich findet sich bei diesem gängigen Motiv ein "Spiegelbild":

Subota - Kusmischkin, Wolgograd 1982
1.d4 Sf6 2.f3 d5 3.e4 dxe4 4.Sc3 Lf5 5.De2 Dxd4 6.Db5+ Ld7 7.Dxb7 Lc6 8.Lb5 1-0 Das nächste Motiv könnte man Hinlenkung plus Abzugsschach oder Doppelschach nennen. Als verhinderter Pfarrer habe ich jedoch einen Taufzwang (Kaufzwang wäre schlimmer), und so benenne ich es "Kanone mit Schalldämpfer" (Siehe hier):

Reti - Tartakower, Wien 1910
1.e4 c6 2.d4 d5 3.Sc3 dxe4 4.Sxe4 Sf6 5.Dd3 e5 6.dxe5 Da5+ 7.Ld2 Dxe5 8.0-0-0 Sxe4









9.Dd8+! Kxd8 10.Lg5+ 1-0

Dieser Urvater dieses taktischen Motives bleibt das schönste Beispiel, vor allem wegen der möglichen Zugfolge 10...Kc7 11.Ld8#. Aber später haben auch noch andere mit dem Schalldämpfer gearbeitet, so z.B. Tony Miles:

Miles T - Marshall, Wolverhampton 1968
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4 4.Ld2 dxe4 5.Dg4 Sf6 6.Dxg7 Tg8 7.Dh6 Dxd4 8.0-0-0 Sg4 9.Dh4 Dxf2? 10.Dd8+ 1-0 Die schwarze Armee soll auch mal um Zuge kommen und zwar in einer Tartakower-Spiegelung:

Dutch - Sugden, London 1964
1.e4 c5 2.d4 cxd4 3.c3 d5 4.exd5 Dxd5 5.Sf3 Lg4 6.Da4+ Sc6 7.Sxd4 Ld7 8.Sb5 0-0-0 9.Sxa7+? Sxa7 10.Dxa7 Dd1+ 0-1

Und weil dieses Motiv so klassisch schön ist, noch einen (Sie haben doch eben nicht gegähnt, oder ?!):

Lundquist - Phillips, Oostenrijk 1980
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4 4.Ld2 dxe4 5.Dg4 Sf6 6.Dxg7 Tg8 7.Dh6 Dxd4 8.0-0-0 Sg4 9.Dh4 Dxf2 10.Dd8+ 1-0 Oh, oh, Sie haben recht, da hat Herr Lundquist Mister Miles plagiiert. Soll ich die Partie jetzt wieder löschen ? Ups, jetzt habe ich vergessen, was ich wollte... Ach ja, wir sind bei den Motiven. Das war also die Kanone mit Schalldämpfer, aber erinnern Sie sich an den "Flitzebogen" ? Na ja, der kam auch abseits der Fianchettostellung vor, bevorzugt in einer Eröffnungsfalle. Representativ für ca. ein Dutzend identischer Reinfälle folgende Partie

Schwarz - Dueren, Frankfurt 1938
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 4.Lc4 Le7 5.c3 dxc3 6.Dd5 1-0 Es gab hier auch Spieler, den es in den Neunzigern nicht langweilig wurde, da hineinzutappen. Decken wir den Mantel der Barmherzigkeit darüber. Das sollte man im folgenden Beispiel wirklich nicht, sieht schön aus:

Hoffmann - Heilmann, Berlin 1904
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Sf6 4.d4 exd4 5.0-0 Le7 6.Sxd4 Sxe4 7.Sf5 g6 8.Dd5 Tf8 9.Sg7# Und noch eine kleine Parade mit Dd5:

Belle - Van der Giessen, NK dames 1978
1.e4 d6 2.d4 Sd7 3.Sf3 e5 4.Lc4 Le7 5.dxe5 dxe5 6.Dd5 1-0

Vyronel - Adao, Mexico 1980
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 4.Lc4 Lb4+ 5.c3 dxc3 6.bxc3 Le7 7.Dd5 Sh6 8.Lxh6 0-0 9.Lg5 1-0

Wall - Shameson, California 1986
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Lc5 4.b4 Lxb4 5.c3 Lc5 6.0-0 Sf6 7.d4 Lb6 8.dxe5 Sxe4 9.Dd5 1-0

Rosenblatt - Reinhard, Bern open 1987
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 4.Lc4 Lb4+ 5.c3 dxc3 6.bxc3 Le7 7.Dd5 1-0 Ich hätte da noch ein gutes Dutzend, aber... Ach, ist das langweilig. Versuchen wir es doch ´mal anders herum:

Burovic - Arino,Torcy op 1991
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4 e5 5.Sf3 Lg4 6.Lc4 f6 7.c3 Sd7 8.Db3 1-0

Okay, dieser Läufer-Damenflitzebogen ist eine der Hauptursachen für das Ende von Partien vor dem / im zehnten Zug. Die Königsvariable unter den Motiven aber ist folgende "Kombination" und wohl jedem bekannt:

Rechi - Grassi, Dubai 1986
1.e4 c5 2.d4 cxd4 3.c3 dxc3 4.Sxc3 d6 5.Lc4 g6 6.e5 dxe5 7.Lxf7+ 1-0 Auch hier ein eine Handvoll Beispiele, lieblos hingeklatscht:

Henningsen - Borik, Dortmund 1979
1.d3 f5 2.e4 fxe4 3.dxe4 d6 4.Lc4 Sf6 5.e5 d5 6.exf6 dxc4 7.f7+ 1-0 Tja, mit Bauern geht das auch !

Krejcik I - Suchting, Wenen 1908
1.e4 c5 2.d4 cxd4 3.Sf3 Sc6 4.Sxd4 e5 5.Sxc6 bxc6 6.Lc4 Sf6 7.0-0 Sxe4 8.Te1 d5 9.Txe4 dxe4 10.Lxf7+ 1-0 Hat man eine gesehen... Aber es gibt doch noch kleine, feine Unterschiede:

Welling - Faber, Helmond 1978
1.Sf3 d5 2.e4 dxe4 3.Sg5 Sf6 4.d3 exd3 5.Lxd3 h6 6.Sxf7 1-0

Wren - Mayfield, Halifax 1941
1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.c4 Sb6 4.d4 d6 5.Ld3 dxe5 6.dxe5 S8d7 Was würden Sie jetzt ziehen ?









Stellung nach 6. ... S8d7

7.e6! Sf6 8.exf7+ Kxf7 9.Lg6+ 1-0 Tja, wenn der schwarze e-Bauer nicht wäre...

Zum Ende des Abschnitts "Motive" würde ich noch gern den "meistgebrauchten" Figureneinsteller vorstellen, obwohl dies WM Capablanca schon zu Beginn dieses Cookies getan hat. Es sind die Seitenschach mit der Dame. Nur der Vollständigkeit halber ein Beispiel:

Levitt - Gluckman, 1985
1.Sf3 d5 2.g3 Sf6 3.Lg2 Lf5 4.c4 g6 5.cxd5 Sxd5? 6.e4 Lxe4 7.Da4+ Sc6 8.Dxe4 Sf6 9.Dc2 1-0 Nun aber zur zweiten Königsdisziplin der Quickies, dem Damenfang:

Damenfang

Das schlichteste Motiv dieses Genres ist die Dame "in der Telefonzelle". Hierzu einige Beispiele ohne Worte und Zeichen, zum Auflockern:

Hector Jonny - Vidarsson, Reykjavik 1996
1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 a6 5.Sc3 g6 6.Le3 Lg7 7.Sb3 Se7? 8.Sa4 Sbc6 9.Lb6 1-0

Nedela - Slepanek, Moravia 1996
1.c4 c5 2.Sc3 g6 3.Sf3 Lg7 4.e3 e5 5.d4 cxd4 6.exd4 exd4 7.Sxd4 Sc6 8.Sdb5 Sge7 9.Lf4 0-0 10.Lc7 1-0

Lahlum - David, Gausdal 1990
1.Sf3 Sf6 2.d4 d5 3.Lg5 c6 4.e3 Db6 5.b3 Se4 6.Lf4 Da5+ 7.Sbd2 e5 8.Lxe5 Sc3 9.Dc1 La3 0-1

Brujic - Jankovic, Novi Sad 1989
1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.Sc3 Sc6 4.Lb5 Sd4 5.Sxe5 De7 6.f4 Sxb5 7.Sxb5 d6 8.Sd3 Lg4 0-1

Motilev - Tschirkow, Nowosibirsk 1981
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.d4 exd4 5.0-0 Sxe4 6.Te1 f5 7.Sg5 Se7 8.Se6 1-0

Aus irgendwelchen Gründen - seien sie kosmologischer, theologischer oder menschlicher Natur - lieben die hölzernen Puppen b- und g-Bauern auf b7 (b2) und g7 (g2). Sie haben sie schlicht zum Fressen gern. Aber mit diesen Bauern ist es wie mit dem japanischen Fugo (Kugelfisch). Ist das Mahl nicht genau richtig zubereitet oder war der Koch gar böswollig, macht das Gift unbarmherzig seinen Job und rafft die Schönen in Kürze dahin. Beginnen wir mit einer von Gier geblendeten Nubierin:

Wall - Barsalou, Dayton 1980
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Sf6 4.e5 Sfd7 5.Sf3 c5 6.Lg5 Db6 7.a3 Dxb2? Einzügiger Selbstmord, Herr Barsalou ist offensichtlich ein Frauenfeind. 8.Sa4 1-0 Und jetzt darf wieder Herr N.N. seinen König zum Witwer machen:

NN - Gedult, Paris 1981
1.e4 e5 2.f4 d5 3.exd5 c6 4.De2 cxd5 5.Dxe5+ Le7 6.Dxg7 Lf6 0-1 Noch ´ne suizidale Dame.

Schenkein - Schlechter, Wenen 1913
1.d4 d5 2.Lf4 Sf6 3.Sf3 e6 4.e3 c5 5.c4 Sc6 6.Sc3 a6 7.Da4 Ld7 8.Dd1 Da5 9.Db3 dxc4 Und jetzt muß Weiß sich einen zuviel eingeschenkt haben: 10.Dxb7? Ta7 0-1 Nun jedoch zum kunstvollen Flirt mit der "anderen" Frau. Ein netter Balztanz von Läufer und Springer:

Quabeck - Heuacker, Frankfurt 1936
1.f4 Sf6 2.c4 d5 3.cxd5 Sxd5 4.d3 e5 5.fxe5 Lb4+ 6.Ld2 Se3 7.Da4+ Hat sich Weiß noch einmal herausgelogen ?









7...b5 Nein, Läufer lügen nicht. 8.Dxb5+ Ld7 9.Db7 Lc6 0-1
Und nun einen kleinen Abstecher in die Welt des Zeitlupenschachs - zwar langsamer, aber der Ball geht auch dort unweigerlich in´s Tor, egal, wie man die Slow Motion einstellt:

Soedjono - Byhlin, Fernpartie 1984
1.d4 Sf6 2.Lg5 Se4 3.Lf4 c5 4.d5 Db6 5.Sd2 Sxd2 6.Lxd2 Dxb2 7.e4 d6 8.Tb1 Dxa2? Warum ? Warum nur ? Die Dame war doch erst 8 Züge alt ! 9.Dc1 1-0 Gegen 10.Ta1 hilft auch die Post nichts mehr. Und noch ein Fernschächer, der lieblos seine Dame in die Ecke pfeffert:

Bamber - Chranowski, Fernpartie 1986
1.e4 b6 2.c4 Lb7 3.Sc3 Sf6 4.e5 Se4 5.Df3 Sxc3 6.Dxb7? Sc6 Es droht 7...a5 nebst 8...Ta7. Verzweifelt sucht das Blondchen ein Schlupfloch, doch die schwarzen Vierbeiner lassen nicht mehr von ihr. 7.Da6 Sb4 0-1 Auch unser letzter Fugo-Gourmet verdirbt sich gewaltig den Magen.

Schmid - Sahlmann, Essen 1948
1.e4 c5 2.Se2 Sc6 3.c4 Sf6 4.Sbc3 g6 5.d4 cxd4 6.Sxd4 d6 7.f3 Db6 8.Le3 Dxb2 9.Sa4 Da3 10.Lc1 1-0 Warum ? Nicht so faul, sehen Sie doch selbst ! Es folgt ein typischer Fall "Zu weit aus dem Fenster gelehnt und der eigenen Puppe auf den Kopf gefallen":

Trippe - Skonieczna, Fernpartie 1988
1.e4 d5 2.exd5 Sf6 3.d4 Sxd5 4.c4 Sb4 5.Da4+ S8c6 6.a3 Sa6 7.d5 Sc5 8.Db5 e6 9.dxc6 b6 10.Ke2 a5 0-1 Und dann gibt´s da auch noch die Leute, die höchstpersönlich mit einem einzigen Zug ihrer stärksten Figur die Luftzufuhr abschneiden:

Papoushek - Lutsar, Praha 1987
(Ja, ich weiß, es heißt deutsch Prag. Aber die Einheimischen nennen es nun mal anders.)
1.e4 e5 2.Sc3 Sf6 3.Lc4 Sxe4 4.Sxe4 d5 5.Lb3 dxe4 6.Dh5 De7 7.Se2? g6 0-1

Schmidt - Grabarczyk, Cetniewo 1991
1.Sf3 d5 2.d4 Sc6 3.c4 Lg4 4.Da4 Lxf3 5.gxf3 dxc4 6.e3 e5 7.dxe5 Dd5 8.Sc3 Dxf3 9.Tg1 0-0-0? Okay, die Stellung war bereits schlecht, aber wer hat da Schuld ? Doch nicht die aufgespießte Dame ! 10.Le2 1-0 So geschehen übrigens auch in Novikov - Finegold, New York 1993. Noch ein oder zwei Beispiele ohne Worte:

Tschernyschow - Andrejew, Woronesh 1982
1.e4 e6 2.d4 b6 3.Ld3 Lb7 4.Se2 Dh4 5.Sd2 c5 6.Sf3 Dg4 7.Sf4 f5 8.h3 1-0

Kucypera - Hardys, Polen 1993
1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.Sc3 d6 4.Le2 Le7 5.0-0 0-0 6.d3 Sbd7 7.Dd2 b6 8.Dg5 h6 9.Dg3 Sc5 10.Lxh6 Sh5 0-1 Und noch ein typischer Fall von "Läuferfieber":

NN - Blaine, Columbus 1980
1.e4 e6 2.Df3 d5 3.exd5 exd5 4.d4 Sf6 5.Sc3 c6 6.Le3 Ld6 7.Sh3 Lg4 0-1 Ein letzter Fang auf off´ner See:

Lane - Flesh, Ramsgate 1983
1.e4 c5 2.c3 d5 3.exd5 Dxd5 4.d4 e6 5.Sf3 Sf6 6.Le2 Le7 7.0-0 0-0 8.c4 Df5 9.Sc3 Td8 10.Sh4 1-0 Damit ist der Streifzug in die Welt des edlen Damenwaidwerkes vorerst beendet. Auf zum nächsten Abschnitt und das wird eine böse Überraschung !

Bad Surprise

Schließen wir gleich an das letzte Kapitel mit dem Thema Damenfang an:

Kotkov - Akopjan, Koras nodar 1966
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sd2 dxe4 4.Sxe4 Ld7 5.Sf3 Lc6 6.Ld3 Sf6 7.Sxf6+ Dxf6 8.Lg5 Prekär, aber Schwarz glaubt an seine Rettung: 8...Lxf3









9.Dd2! 1-0

Razuvev - Kupreichik, Yerevan 1970
1.c4 e5 2.Sc3 Sc6 3.Sf3 f5 4.d4 e4 5.Lg5 Sf6 6.d5 exf3 7.dxc6 fxg2 Weiß denkt sich nun: "Den g-Bauern kann ich ja immer noch schlagen." 8.cxd7+ Sxd7! Entblößt mutwillig die Dame....und greift den weißen Läufer an. 9.Lxd8 gxh1D 0-1

Jewremow - Kukis, Perm 1978
1.f4 e5 2.fxe5 d6 3.exd6 Lxd6 4.Sf3 g5 5.e4 g4 6.Sg1 Dh4+ 7.Ke2 g3 8.Sc3 Dxh2! Ich hoffe, dieses Thema kommt Ihnen bekannt vor, sonst war mein Editorial Moontalk. 9.Txh2 gxh2 10.Sf3 h1D 0-1

Nemet - Dizdar, Biel 1982
1.d4 Sf6 2.Sf3 e6 3.c4 b6 4.g3 La6 5.Sbd2 Lb7 6.Lg2 Le7 7.e4 Sxe4 8.Se5 Sc3 Wie ? Sollte das so einfach sein ? Die Antwort heißt... 9.Dh5 g6 10.Dh3 1-0

Smekalin - Jegorov, Tsjeljabinsk 1983
1.e4 e6 2.d4 Sf6 3.e5 Sd5 4.c4 Lb4+ Vorwitziger Läufer. Wird aktiv, obwohl noch ein befreundetes Huftier angegriffen ist. War nicht gut.









5.Ke2! Sb6 6.c5 Abgeklemmt ! 6...Dh4 7.cxb6 1-0

Bronstein,D - N.N., Sochi simul 1950
1.e4 e5 2.d4 exd4 3.Dxd4 Sc6 4.Da4 Sf6 5.Sc3 d5 6.Lg5 dxe4 7.Sxe4 De7 8.0-0-0 Dxe4? Klar, nun noch die Damen tauschen und nach Te1 die Figur retour, dann läßt´s sich´s leben.. 9.Td8+! Auaaaah! 1-0

Efremov - Amirchanov, Kazan 1980
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 dxe4 4.Sxe4 b6 5.Sf3 Lb7 6.Lb5+ Sd7? 7.Se5 Was mag Schwarz nun gedacht haben ? "Oh, unangenehm, aber geht ja gerade noch. Ich ziehe 7...Lc8...und auf Sc6 kann ich mit der Puppe jetzt nach h4." 8.Lg5 "Verdammt !" 1-0

Torre - Eduard Lasker, Chicago 1926
1.Sf3 d5 2.c4 dxc4 3.Sa3 e5 4.Sxe5 Lxa3 5.Da4+ Das mußte wegen 5.bxa3 Dd4 schon sein. 5...b5 6.Dxa3 Natürlich nicht 6.Dxb5 c6 6...Sf6 7.b3 Dd6 8.Lb2? c3 Ups ! Der Hilfsgeistliche auf b2 hätte halt sein Auge nicht auf seine Königin richten dürfen, jetzt kann er nicht mehr wegsehen. Wenn seine Herrscherin sich auf d6 abtauscht, bleiben gleichzeitig Läufer und Gaul angegriffen 0-1

Pytel K - NN, Torucoing open 1982
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Sf6 4.d4 exd4 5.e5 De7 6.0-0 Sg8 7.Lg5 f6 8.exf6 Dc5 ...und nun fiel Monsieur NN wahrscheinlich die Gauloises aus dem Mund (Damals durfte man am Brett noch rauchen)









9.f7#

Noch ´ne kleine Katastrophe auf f7 gefällig ? Sie werden sofort bedient:

Mazukewitsch - Kandaurov, Tula 1967
1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.c4 Sb6 4.c5 Sd5 5.Sc3 Sxc3 6.dxc3 d6 7.Lg5 dxe5 8.Db3 Sd7?? 9.Lc4 1-0 Erinnern Sie sich an den Flitzebogen ?

Molero - Lootsma, Stockholm 1980
1.c4 e5 2.Sc3 Sf6 3.g3 c6 4.d3 d5 5.Lg5 d4 6.Se4? Sxe4 Böse Überraschung heißt dieser Cookieabschnitt. Wenn das keine war...?! 0-1 Nun halten wir die Partie in den Spiegel und...

Suetin - Travnicek, Olomouc 1975
1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.c3 Sc6 4.d4 Lg4 5.d5 Se5 6.Sxe5 Lxd1 7.Lb5+ Dd7 8.Lxd7+ 1-0

Noch eine böse Überraschung, womit wir zum Schluß dieser Quickieorgie kommen:

Blisz - Hantel, Fernpartie 1988
1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Sf6 4.cxd5 exd5 5.Lg5 Le7 6.e3 0-0 7.Ld3 Se4 8.Lxe7 Sxc3 9.Lxh7+ Auweia, kleiner Zwischenzug: 1-0

Das soll´s dann erstmal gewesen sein. Aber seien Sie sicher, daß war in Sachen Quickies nicht das letzte Wort. Da sind noch ein paar hundert Partien und jeden Tag produzieren die Schachfreunde fleissig weiter. Ich kann zwar jetzt für einige Wochen keine Schachfigur mehr sehen (Oh Gott, wenn man so etwas erstmal anfängt...), aber Teil 2 ist noch nicht das Ende. Zu einem Drama gehören bekanntlich mindestens drei, wenn nicht sogar 5 Akte.

1= Nein, so alt bin ich nicht. Ich habe nur leider die Schachbücher, in denen ich diese Geschichte glaube, gelesen zu haben, nicht mehr. Ergo: Aus der Erinnerung...

2= Ich hätte hier ja auch ein Bild mehr als 1000 Worte sprechen lassen können, formuliere es aber so: Dr. Tarrasch war kein rechter Frauenschwarm und vor allem ein Mann mit Grundsätzen, was nicht selten heißt: Was man nicht haben kann, will man manchmal gerade aus dem Grunde nicht, weil man es nicht haben kann. Umgekehrt ist diese Weisheit natürlich auch möglich: Manchmal will man etwas gerade deswegen, weil man es nicht haben kann.


Copyright © 24.03.2003 Thomas Siebe

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