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Kleiner Schachlehrgang für Anfänger

3. Gewinn und Remis

Im ersten Teil des kleinen Schachlehrganges haben Sie die meisten elementaren Regeln des Spieles kennengelernt. Im zweiten Teil haben Sie Ihre erste kleine Schachpartie nachgespielt und die Schachnotation kennengelernt. Wenn Sie übrigens Ihre Kenntnisse vertiefen wollen, kommen Sie so oder so um die Technik, mit der der Schachspieler oder die Schachspielerin ihre Partien aufzeichnen, nicht herum.

Im dritten Teil werden wir uns nun damit beschäftigen, wann eine Partie gewonnen ist und wann das Ergebnis als unentschieden gilt. Nebenbei bemerkt, zählt der Schachspieler für eine gewonnene Partie stets 1 Punkt, für eine Remispartie einen halben und für eine Niederlage gibt´s null Punkte. Aber zunächst zur gewonnenen Partie:

Der Gewinn - elementares Mattsetzen

Zunächst eine gute Nachricht: Ohne Uhren - also in Freundschaftspartien - gibt es nur zwei Möglichkeiten, eine Partie zu gewinnen. Das Schachmatt kennen Sie ja inzwischen aus den ersten beiden Teilen. Die einzige andere Möglichkeit, eine Partie zu gewinnen, ist durch Aufgabe des Gegenspielers (Wenn er tot vom Stuhl fällt, gilt das auch als Aufgabe). In Turnieren werden die meisten Partien durch Aufgabe entschieden, weil Schachspieler ab einer gewissen Spielstärke recht gut einschätzen können, ob ihr Gegner seine vorteilhafte Stellung zu einem vollen Punkt machen kann. Auf krasse Ausrutscher des total auf Gewinn stehenden Gegners zu spekulieren und bis zum Matt zu spielen, gilt als unfein, ja, unfair ! Dies gilt inbesondere in sogenannten elementaren Gewinnstellungen, von denen wir nun eine in Dia 1 behandeln werden:

Dia 1
  a b c d e f g h  
 8   8 
 7   7 
 6   6 
 5   5 
 4   4 
 3   3 
 2   2 
 1   1 
  a b c d e f g h  
Weiß am Zug

Das Endspiel König und Turm gegen den König führt mit der richtigen Technik zwingend zum Schachmatt. Dieses Matt kann jedoch nur am Rande des Brettes erzwungen werden - wie man den gegnerischen König dort hintreibt, werden Sie später noch lernen. Ziel der Treibjagd ist eine Stellung, die der in Dia 1 ähnelt. Beachten Sie bitte, wie der weiße Turm dem schwarzen König die gesamte 7. Reihe abgeschnitten hat und wie der weiße König die sogenannte Opposition - die Stellung König gegen König - erzwingt:
1.Kc6-b6 (oder kurz 1.Kb6 ).
Dem schwarzen König bleibt nur noch das Feld b8 und damit die hier tödliche Opposition zum weißen König, weil Schwarz ja ziehen muß (Zugzwang) und keine andere Figur und keine anderen Züge mehr hat.
1... - Ka8-b8 ( 1... - Kb8 ) Betrachten Sie bitte Dia 2 !

Dia 2
  a b c d e f g h  
 8   8 
 7   7 
 6   6 
 5   5 
 4   4 
 3   3 
 2   2 
 1   1 
  a b c d e f g h  
Weiß am Zug

Sehen Sie nun, wie Weiß am Zuge Schwarz mattsetzt ? Für die, bei denen der Gedanke nicht sofort zündet: Denken Sie daran, wie abstoßend sich die Könige gegenseitig finden !
Der Mattzug lautet: Th7-h8#.
Die Stellung in Dia 2 mit der stärkeren Partei bzw. hier Weiß am Zug (wichtig !) ist nicht nur die zentrale Position zum Mattsetzen mit König und Turm, sondern auch die Schlüsselposition, um den mattzusetzenden König überhaupt erst einmal an den Rand zu drängen. Und weil diese Technik in 99% aller Gewinnpartien annähernd unverzichtbar für die Verwertung eines Materialvorteiles zu einem Schachmatt ist, werde ich sie nun in den folgenden Zügen demonstrieren. Blicken Sie bitte auf Dia 3:

Dia 3
  a b c d e f g h  
 8   8 
 7   7 
 6   6 
 5   5 
 4   4 
 3   3 
 2   2 
 1   1 
  a b c d e f g h  
Weiß am Zug

Das weiße Ziel in dieser Stellung muß zunächst sein, den schwarzen König von seiner zentralen Position an den Rand des Brettes abzudrängen, denn nur dort kann er mit Turm und König mattgesetzt werden. Da der weiße Turm dem Gegner bereits den Weg über die e-Linie abschneidet und der weiße König schon auf der anderen Seite des "zerschnittenen" Brettes ist, wäre es das beste, den schwarzen König auf die a-Linie zu drängen. Denken Sie bitte noch einmal an die Stelung in Dia 2, die Sie hier freilich um 90° drehen müßten. In dieser Stellung muß die mattsetzende Partie am Zuge sein, sonst wird es (vorerst) nix mit dem Matt. In die Dia 3 wird eine ähnliche Stellung zunächst mitten auf dem Brett angestrebt bzw. erzwungen, um den schwarzen König abzudrängen. Deswegen zieht Weiß nun

1. Kg6-f6   ..........

Warum nicht 1.Kf5 ? Würde da nicht die angestrebte Stellung entstehen ? Nein, denn anschließend wäre ja Schwarz am Zug. Die Opposition der Könige muß jedoch Schwarz (erzwungenermaßen) herbeiführen. In seinen nächsten Zügen kann Schwarz dies vorerst auch verweigern, wird jedoch von Weiß verfolgt:
1. .........   Kd5-d4

2. Kf6-f5   Kd4-d3

3. Kf5-f4   Kd3-d2

Jetzt muß Weiß seine Verfolgung vorerst unterbrechen, weil der schwarze König droht, seinen Turm zu schlagen. Der Turm wechselt nun relativ zum schwarzen König die Seite !

4. Te1-e8   Kd2-d3
 Siehe Dia 4

Dia 4
  a b c d e f g h  
 8   8 
 7   7 
 6   6 
 5   5 
 4   4 
 3   3 
 2   2 
 1   1 
  a b c d e f g h  
Weiß am Zug

Auf den ersten Blick scheint nichts gewonnen. Zwar könnte Weiß nun mit Kf3 wiederum die ersehnte Stellung herbeiführen, wäre aber natürlich wieder nicht am Zug, um das abschneidende Seitenschach zu geben. Doch Weiß bringt nun Schwarz in Zugzwang, indem er einen "Wartezug" mit dem Turm macht, ihn aber wohlgemerkt nicht von der e-Linie abzieht:

5. Te8-e7   Kd3-d2

6. Kf4-f3   Kd2-d1

7.Kf3-f2   ...........

In Dia 5 sehen wir, daß nun der Moment der Wahrheit für Schwarz gekommen ist. Entweder verläßt er nun die d-Linie und geht auf die c-Linie. Dann schneidet der weiße Turm dem schwarzen König durch den Zug Td7 die d-Linie ab. Oder es kommt wie im Text:

Dia 5
  a b c d e f g h  
 8   8 
 7   7 
 6   6 
 5   5 
 4   4 
 3   3 
 2   2 
 1   1 
  a b c d e f g h  
Weiß am Zug

7. ...........   Kd1-d2

8. Te7-d7+   ..........

Damit wird also der König auf die c-Linie gedrängt. Drei Felder bleiben ihm, wir nehmen hier einmal das Feld c3, was in der Anzahl der folgenden Züge optimalen Widerstand seitens Schwarz bedeutet:

8. ..........   Kd2-c8

Nun beginnt Weiß das Spielchen erneut, daß er soeben so erfolgreich abgeschlossen hat:

9. Kf2-e2   Kc3-c4

10.Ke2-e3   Kc4-c5

11.Ke3-e4   Kc5-c6

Es wird Zeit für den Turm, die Seite zu wechseln !

12.Td7-d2   Kc6-c5

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Und nun der Wartezug des Turms und anschließende Verfolgung mit dem König:

13.Td2-d1   Kc5-c6

14.Ke4-e5   Kc6-c7

15.Ke5-e6   Kc7-c8

16.Ke6-e7   Kc8-b8

Mit dem letzten Zug verzichtet Schwarz auf die Opposition mittel 16...- Kc7 und versucht dem Seitenschach 17.Tc1+ auszuweichen. Es hilft ihm nix, denn der Turm schneidet ihm trotzdem die c-Linie ab !

17.Td1-c1   Kb8-b7

Klar, nun muß wieder der weiße König ´ran. Auf welches Feld würden Sie ihn nun ziehen, wenn Sie einen Blick auf Dia 6 werfen ?

Dia 6
  a b c d e f g h  
 8   8 
 7   7 
 6   6 
 5   5 
 4   4 
 3   3 
 2   2 
 1   1 
  a b c d e f g h  
Weiß am Zug

18.Kd7 führt bekanntlich nicht zum Ziel, weil in der bewußten Stellung ja Schwarz am Zuge wäre. 18.Kd8 - Kb6 19.Kd7 - Kb5 usw. würde am Ende wieder einen Seitenwechsel des Turmes bedeuten und damit Zeitverlust. Bleibt also...

18. Ke7-d6   Kb7-b8

19. Kd6-d7   Kb8-b7

So muß es sein: Schwarz selbst muß in diese Oppositionsposition laufen. Und was kommt jetzt ? Na klar, das Seitenschach mit dem Turm !

20. Tc1-b1+   Kb7-a6

Nach 20...-Ka8 21.Kc6-Ka7 22.Ta1# wäre es schnell aus. Auch 20...-Ka7 21.Kc5-Ka8 22.Kc6-Ka7 23.Tb2-Ka8 24.Kc7-Ka7 25.Ta2# wäre eine kürzere Version. Aber natürlich zögert auch der Textzug von Schwarz das Unvermeidliche nur unwesentlich hinaus. Es ist bei diesem Verlauf lediglich ein weiterer Seitenwechsel des Turms nötig ( jetzt aber noch nicht ! ).

21. Kd7-c7   Ka6-a5

22. Kc7-c6   Ka5-a4

23. Kc6-c5   Ka4-a3

24. Kc5-c4   Ka3-a2

25. Tb1-b7   Ka2-a1

Öfter mal was neues, ändert aber nischt !

26. Kc4-c3   Ka1-a2

27. Tb2-b8   Ka2-a1

28. Kc3-c2   Ka1-a2

29. Tb8-a8#             

Die ganze Technik sieht komplizierter aus, als sie ist. Üben Sie dieses Mattsetzen aus beliebigen Positionen ! Es ist elementarer Bestandteil des Schachspiels. Natürlich können Sie diese Technik auch mit einer Dame und König gegen den König anwenden, obwohl man auch mit einer einzelnen Dame den König an den Rand drängen kann. Dabei gilt jedoch Vorsicht, denn die Dame kann einen König ganz allein in ein Patt treiben. Was ein Patt ist ? Das werden Sie gleich erfahren !

Dia 7
  a b c d e f g h  
 8   8 
 7   7 
 6   6 
 5   5 
 4   4 
 3   3 
 2   2 
 1   1 
  a b c d e f g h  
Weiß am Zug

In Dia 7 erledigt die weiße Dame vorerst die Arbeit von Turm und König zusammen und drängt den König mit "kleinen" Zügen an den Rand. Erst wenn er dort angelangt ist, kommt der weiße König zur Hilfe, um seiner Dame Deckung für den Gnadenstoß zu geben. Bei dieser Art des Mattsetzens hat es jedoch z.B. beim Blitzschach ( Uhrenpartien mit jeweils 5 Minuten für die gesamte Partie ) schon echte Tragödien gegeben, als der vermeintlich sichere Gewinner in rasender Zeitnot seinen Gegner versehentlich patt setzte. Zunächst schauen wir aber einmal, wie schnell die Dame den König abdrängen kann:

1. Dh1-c6   Kb4-b3

2. Dc6-c5   Kb3-b2

3. Dc5-c4   Kb2-a1

Der letzte Zug von Schwarz stellt eine - wenn auch denkbar - grobe Falle dar. Schenken Sie Ihre Aufmerksamkeit Dia 8:

Dia 8
  a b c d e f g h  
 8   8 
 7   7 
 6   6 
 5   5 
 4   4 
 3   3 
 2   2 
 1   1 
  a b c d e f g h  
Weiß am Zug

Wenn Weiß nun die Einschnürung des schwarzen Königs auf die Spitze treibt und wie in Dia 8a 4.Dc4-c2 (oder Dc4-b3) zieht, entsteht ein sogenanntes Patt.

Dia 8a
  a b c d e f g h  
 8   8 
 7   7 
 6   6 
 5   5 
 4   4 
 3   3 
 2   2 
 1   1 
  a b c d e f g h  
Schwarz am Zuge - PATT !

Patt ist eine Stellung dann, wenn die gerade zugpflichtige Partei nicht mehr ziehen kann, ohne einen Regelverstoß zu begehen, jedoch nicht im Schach steht.
Praktisch bedeutet das, daß der König nicht mehr ziehen kann, ohne in ein Schach zu geraten und andere Figuren derselben Farbe, z.B. Bauern, blockiert sind und ebenfalls nicht ziehen können. Es ist kein Patt, wenn noch andere Figuren außer dem König regelgerecht ziehen können. In Stellung 8a ist Schwarz am Zuge und nicht im Schach, aber Sie können sich leicht überzeugen, es ist kein Zug mehr möglich.

Bei Patt ist die Partie remis bzw. unentschieden, egal, wie die Materialverhältnisse sind !

Das wäre mit einer Dame mehr natürlich ein tragischer Ausgang. Das Patt werden wir gleich noch "wiedersehen". Zunächst will ich noch die richtige Fortsetzung der Stellung aus Dia 8 und das Mattsetzen mit König und Dame demonstrieren.

4. Dc4-b4   ...........

Es wäre auch 4.De2 möglich, auch hier wandert anschließend der König nach c3

4. ...........   Ka1-a2

5. Kh8-g7   Ka2-a1

6. Kg7-f6   Ka1-a2

7. Kf6-e5   Ka2-a1

8. Ke5-d4   Ka1-a2

9. Kd4-c3   Ka2-a1

10.Db4-b2#    Siehe Dia 8b

Dia 8b
  a b c d e f g h  
 8   8 
 7   7 
 6   6 
 5   5 
 4   4 
 3   3 
 2   2 
 1   1 
  a b c d e f g h  
Nach 10.Db2 - MATT !

Wie Sie sehen ist das Prinzip sehr einfach: Der König deckt seine mächtige Dame, während die den Gegner auf einer Randlinie oder Randreihe mattsetzt. Wenn Sie das Mattsetzen mit diesen elementaren Techniken beherrschen, können Sie sogar gewinnen, wenn Ihnen und Ihrem Gegner außer den Königen nur noch ein Bäuerlein verblieben ist. Denn Sie wissen ja - wenn Sie Teil 1 nicht geschwänzt haben - das ein Bauer, der die gegnerische Grundreihe erreicht, zur Dame (oder zum Turm, Läufer oder Springer) werden kann. Wenn Ihnen die Verwandlung zur Dame gelungen ist, müßen Sie nur noch aufpassen, daß Sie Ihren Gegner nicht pattsetzen Und damit kommen wir zu den unentschiedenen Partien:

Das Remis - die unentschiedene Partie

Wann ist eine Partie remis ? Unähnlich dem Gewinn gibt es hier eine Anzahl von Möglichkeiten. Eine haben Sie bereits kennengelernt:

Mit einer Pattstellung ist eine Partie sofort remis. Eine der zahllosen möglichen Pattstellung haben Sie schon kennengelernt. Ich will Ihnen im folgenden Dia 9 aber noch eine zeigen, in der der pattgesetzte König keineswegs allein auf dem Brett ist, Schwarz aber doch patt steht:

Dia 9
  a b c d e f g h  
 8   8 
 7   7 
 6   6 
 5   5 
 4   4 
 3   3 
 2   2 
 1   1 
  a b c d e f g h  
Schwarz am Zug ist patt

Wie Sie sich in Dia 9 überzeugen können, kann Schwarz seiner Zugpflicht nicht mehr genügen, steht aber nicht im Schach. Alle schwarzen Bauern sind blockiert, der schwarze Läufer kann nicht wegziehen, weil sonst sein Monarch in ein Schach durch den weißen Turm gerät und der König ist durch die gegnerischen Figuren bewegungsunfähig. Die Stellung ist remis. Wohlgemerkt: Weil Schwarz am Zuge ist.

Unentschieden ist eine Partie auch, wenn beide Parteien nicht mehr genügend Material übrig haben, um den Gegner mattzusetzen.

Die einfachste Stellung dieser Regel ist eine beliebige Position mit nur noch den beiden Königen auf dem Brett. Da ein König den anderen allein nicht mattsetzen kann, ist das Spiel sofort unentschieden. Sobald aber auch nur ein Bäuerchen das Brett mit den Monarchen teilt, kann die Partie noch gewonnen werden. Remis ist es auch, wenn eine beliebige Seite zu ihrem König noch einen Springer oder Läufer (die sogenannten Leichtfiguren) hat. Weder ein König plus Springer noch ein König plus Läufer können den einsamen Gegenspieler mattsetzen. Daneben werden im Turnierschach noch einige Positionen als theoretisch remis definiert, doch darum muß sich der Anfänger zunächst nicht kümmern.

Natürlich kann eine Partie auch durch das gegenseitige Einverständnis beider Gegner als unentschieden erklärt werden. Im Turnierschach läuft dies folgendermaßen ab: (Nur) ein am Zuge befindlicher Gegner kann mit der Ausführung eines Zuges ein Remis anbieten. Dies ist so geregelt, damit man den Gegner nicht mit einer Flut von Remisangeboten beim Nachdenken stören kann. Ein Remisangebot kann nun von dem am Zuge befindlichen Gegenspieler entweder verbal oder durch einen Handschlag angenommen werden. Man kann aber auch seinen Zug machen, womit das Remisangebot automatisch abgelehnt wurde ( Sie können es Ihrem Gegner natürlich auch sagen, vergessen Sie aber nicht, zu ziehen ;-) ). Wer einmal ein Remisangebot gemacht hat, darf dieses erst dann erneuern, wenn sein Gegner zwischendurch einmal Remis angeboten hat. Auch diese Regelung dient dazu, Gegner davon abzuhalten, mit jedem Zug remis anzubieten und den Spielpartner zu nerven. Nach dem ersten Remisangebot in der Partie wechselt also das Recht des Angebots zwischen den Gegnern hin- und her.

Es existieren noch zwei weitere Remisregelungen, die u.a. erklären, warum eine Partie während des Wettkampfes aufgezeichnet wird: Wenn nämlich 50 Züge lang weder eine Figur geschlagen noch ein Bauern gezogen wurde, kann ein Remis reklamiert werden. Die Mitschrift dient dann als Beweis, daß die o.g. Bedingungen erfüllt wurden.

Auch wenn eine identische Stellung zum dritten Male herbeigeführt werden kann (dreimal die selbe Stellung), kann der am Zug befindliche Gegner mit einer Absichtserklärung, den entsprechenden Zug zu machen, ein Remis reklamieren.

Eine dritte, sozusagen in den o.g. Regeln aufgehende Remismöglichkeit ist das sogenannte ewige Schach, bei der nachweisbar der gegnerische König theoretisch unendlich mit Schachs traktiert werden kann. Auch dann kann man die Partie remisieren.

Für den Anfänger werden die letzten drei Regelungen weniger Bedeutung haben, immerhin könnten sie aber doch auch in einer Freundschaftspartie da und dort zur Anwendung kommen, weil ihre Erfüllung offensichtlich ist. Ein Beispiel für das ewige Schach:

Dia 10
  a b c d e f g h  
 8   8 
 7   7 
 6   6 
 5   5 
 4   4 
 3   3 
 2   2 
 1   1 
  a b c d e f g h  
Schwarz am Zug

Schwarz steht im Schach und das ist gut so für Weiß. Bekommt nämlich der Schwarze eine Atempause (ist also nicht im Schach), so kann er mit der Dame auf e1, gedeckt durch den Turm a1, den Läufer f1 schlagen und womöglich den weißen König schachmatt setzen. Die einzige direkte Gegenwehr für Weiß bestände in der Schaffung eines "Luftloches" für seinen König auf h2, also in einem Zug des weißen h-Bauern. Doch wäre er dann materiell gewaltig im Rückstand (Über den Wert von Figuren in Teil 4 ). Doch in dieser Stellung gibt es eine Rettung für den weißen König, nämlich durch ewiges Schach ! Wie Sie sich leicht in Dia 10 vergewissern können, kann der schwarze König nämlich permanenten Schachs durch die weiße Dame von f8, f7 und f6 nicht mehr entkommen, wird aber natürlich niemals matt. Deswegen ist die Stellung remis !

Sie haben in diesem Kapitel also gelernt, wann eine Partie gewonnen und wann sie unentschieden ist. Ich will dies noch einmal kurz zusammenfassen:

Eine Partie wird nur durch ein Schachmatt oder die Aufgabe (oder Nichtantreten) eines der Spieler gewonnen. Im Turnierschach mit Uhren ist als dritte Möglichkeit noch eine Zeitüberschreitung möglich.

Eine Partie ist remis bei Patt, durch gegenseitiges Einverständnis, bei unzureichendem Material zum Mattsetzen auf beiden Seiten, bei dreimaliger Stellungswiederholung, wenn 50 Züge lang weder ein Bauer gezogen noch eine Figur geschlagen wurde und durch ewiges Schach.

In Teil 4 (noch in Arbeit) werden Sie etwas über den Wert der Figuren und einfache Eröffnungsprinzipien lernen.

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Copyright © 01.05.2003 Thomas Siebe

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