Links

Bigpoint.de - das große Game-Portal. Kostenlos spielen und mit 10.000 Euro gewinnen!
Winning Pawn Structures

Winning Pawn Structures
von Alexander Baburin

Batsford 1998
Taschenbuch - 256 Seiten - Sprache Englisch
bei AMAZON


Strategie der Bauernformationen

Teil 2 - vorgeschobene Zentralbauern

Der zweite Strategiecookie über Bauernformationen beschäftigt sich mit Zentralformationen, bei denen eine Seite bereits einen Bauern über die Brettmitte bewegt hat. Im Gegensatz zu den den eher offenen symmetrischen Formationen sind hier mehr Bauernhebel vorhanden, oft erhalten die Stellungen zuvor jedoch einen tendenziös geschlossenen Charakter. Erstmals in dieser Serie erweisen sich bestimmte Formationen per se als günstig für eine Partei.


Typ 8








Volles Zentrum, e-Bauer Spitze

"Franzosen" erkennen natürlich die Strukturen der Vorstoßvariante, die z.B. auch aus dem Caro-Kann entstehen können. Der weiße Plan besteht im Vormarsch f4-f5 und/oder im Angriff auf die kleine Rochade, während die schwarzen Optionen mit dem Hebel c5 und Aktionen am Damenflügel verbunden sind. Unter Umständen kann Schwarz mit Figurenunterstützung die weiße Bauernkette mit ...f6 erfolgreich angehen.
Mitunter kann es zum Tausch auf d4 kommen (Typ 8a), wonach der Bauer d4 - besonders in einem Endspiel - zur Angriffsmarke für Schwarz wird. Natürlich ist die Kontrolle der c-Linie wichtig, Angriff auf den schwarzen König bzw. auch der Vormarsch mit f4-f5 bleiben weißer Plan, werden aber mit zunehmend schwindendem Material weniger wirkungsvoll. In 8a ist es zudem wichtig, welche Läufer noch "im Geschäft" sind. Schwarz wird danach trachten, seinen weißfeldrigen Läufer los zu werden, Weiß wird seinen schwarzfeldrigen Läufer als Stiefkind betrachten.

Typ 8a








Volles Zentrum, e-Bauer Spitze, offene c-Linie

Typ 8b








Französische Spezialität

Diese Zentralstruktur (8b) entsteht in der Regel ebenfalls aus französischen Motiven, z.B. durch dxc5 oder ...cxd4. Die Formation für sich bietet mehr Möglichkeiten für Schwarz, der am Damenflügel operiert, über die halboffene c-Linie und ggf. mit einem Vorposten auf c4 (b3 zur Vertreibung schwächt c2 und die schwarzen Felder). Nicht selten wird der Bauer e5 schutzbedürftig oder es entstehen mittels ...f6 zwei verbundene schwarze Zentralbauern. Das weiße Spiel (bei ...0-0) richtet sich mit Figurenangriff (wichtig wäre Ld3) auf den (König)sflügel, eventuell (abhängig von Punkt d4) mit den Vorstößen f4-f5 oder gar h4. Ambivalent ist das Feld d4: Weiß sollte hier einen Springer etablieren, der sehr mächtig werden kann. Schwarz dagegen wird nach Abtausch oder Vertreibung des Springers trachten und dann ggf. kraftvoll mit d4 vorstoßen.

Partie 10:

Costa (2115) - Prata (2000)
Young Masters Lissabon 1998, [C02]

1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 c5 4.c3 Sc6 5.Sf3 Db6 6.a3 c4 7.Sbd2 Ld7 8.g3 Sa5 9.Lh3 h6 10.0-0 Se7 11.Tb1 Tc8 Damit legt sich Schwarz fest. Vielleicht ist es aber für den schwarzen Monarchen gesünder, sich auf den Damenflügel zu flüchten wie in der folgenden Partie: 11...0-0-0 12.Se1 Kb8 13.Sg2 Sc8 14.Se3 Le7 15.f4 g6 mit ungefähr gleichen Aussichten in Castellano - Sarmiento, Las Palmas 1994 (0-1/46). 12.Se1 Sb3 13.Sxb3 La4 14.Le3 Lxb3 15.Dd2 La4 15...Sf5 16.Sg2 (16.Lxf5?! exf5 17.Sg2 g5 ist mir unklar.) 16...Le7 17.f4 0-0 18.g4 Sh4 19.f5 Sxg2 20.Lxg2 und wieder gerät der schwarze König in´s weiße Visier. 16.Sg2 Db3 17.Tbc1 Für Schwarz wäre Damentausch sicherlich eher vorteilhaft. 17...Tc6 18.f4 a5?! 18...Tb6 19.Tf2 (19.Tb1 Dc2 20.Tfc1 Dxd2 21.Lxd2=) 19...g6 20.g4 Ld7= 19.f5 exf5 20.Lxf5 Sxf5 21.Txf5 Tb6 22.Tf2 Le7 23.Tcf1 Die f-Linie und der Bauer e5 sichern Weiß anhaltenden Vorteil. 23...0-0 24.Sf4 Db5 25.De2 Lg5?









Stellung nach 25. ... Lg5

Schwarz hat zwei Läufer: Einer davon ist Sch.... , der andere echt wertvoll. Ausgerechnet mit dem spielt Schwarz nun ! Das ist, als würde man mit einer Ming-Vase jonglieren ! 26.Sh5 Lxe3 Zum Rückzug war es zu spät: 26...Le7 27.Sf6+ gxf6 (27...Kh8 28.Dh5 und gleich kracht´s auf h6!) 28.Dg4+ und dem schwarzen Chef geht´s an die Kronjuwelen. 27.Dxe3 Dd7 Mit einem Blick auf a4 kann man konstatieren, daß Schwarz wie die deutsche Fußballnationalmannschaft 2000 mit Matthäus... oder Janker... oder Kirsten... oder... aussieht. 28.Sf4 Ta6 29.Df3 Lc6 Eigentlich kein Fehler mit Blick auf die folgende Variante: 29...Td8 30.e6 fxe6 31.Sg6 Da wird der Punkt e5 "plombiert". 31...Taa8 (31...De8 32.Dg4) 32.Dh5 Dd6 33.Tf7 Das droht u.a. "unangenehm" Se5 und Dg6 - Türme auf der zweiten bzw. siebten Reihe... 33...Td7 (33...Lc2 34.Se7+ Kh8 35.Txg7) 34.Se5 Txf7 35.Dxf7+ Kh8 (35...Kh7 36.Dg6+ Kg8 37.Tf7) 36.Dg6 De7 37.Sf7+ Kg8 38.Sxh6+ Kh8 39.Sf7+ Kg8 40.Dh5 +- 30.Sg6 Td8 31.Dxf7+ Dxf7 32.Txf7 Le8 33.Tf8+ Kh7 34.Sf4 1-0

Partie 11:

Campora (2550) - Dreev (2670)
Biel 1995 [C02]

1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 c5 4.c3 Sc6 5.Sf3 Ld7 6.Le2 Sge7 7.Sa3 cxd4 Schwarz verliert wahrlich keine Zeit, den Bauern d4 anzugehen ! 8.cxd4 Sf5 9.Sc2 Sb4 Ein aktuelles Beispiel mit 9...Db6 : 10.h4 f6 11.g4 Sfxd4 12.Scxd4 Sxe5 13.g5 Lc5 14.0-0 Sxf3+ 15.Sxf3 Db4 16.Se1 Dxh4 17.Sg2 Db4 18.Ld3 0-0-0 und die gewaltigen Zentralbauern plus Feldüberlegenheit kompensierten die Figur vollkommen in Movsesian -Gurevich, Bosna 2000 (0-1/ 35). 10.0-0 10.Sxb4 Lxb4+ 11.Ld2 Da5 12.a3 Lxd2+ 13.Dxd2 Dxd2+ 14.Kxd2= Der Bauer d4 ist keine Leuchte, dafür ist der Ld7 ebenfalls Klassenschlechtester. 10...Sxc2 11.Dxc2 Db6 12.Dd3 Tc8 13.Td1 Danach übernimmt Schwarz die Initiative. Ziel ist vorerst der Bauer d4. Besser war 13.Ld2. 13...h6 Da braut sich was zusammen ! Der Plan ist , mit g5-g4 die Verteidigung des Bauern d4 zu unterminieren. 14.h4 a6 Auch mit diesem Zug eines Randbauern wird ein stellungstypisches Mannöver eingeleitet, nämlich der Tausch des weißfeldrigen Läufers mittels ....Lb5. 15.a4 Lb4 16.h5 Se7 Der Springer wird nun zu einem besseren Standplatz umdirigiert. 17.De3 Sc6 18.Ld3 Sa5 19.Lb1 Le7 20.Ta2 Sb3 21.Ld2 Sxd2 22.Sxd2 Db4 Dem Randbäuerlein soll´s an den Kragen gehen. 23.a5 Wenn 23.b3, so 23...Tc3 24.Df4 0-0 mit dem Plan f6. Schwarz hat Weiß voll im Griff. 23...La4 24.b3 Lb5 25.f4 Tc3 26.Df2 Kd7 27.f5 Letzter Versuch, nicht erstickt zu werden - vergebens. 27...Thc8 28.f6 gxf6 29.exf6 Ld6 30.Sf3 Tc1 31.Tad2 Dxb3 und Weiß gab den hoffnungslosen Kampf auf 0-1. Ein nahezu perfektes Beispiel, wie Schwarz gegen diese Bauernformation spielen kann.

Partie 12:

Westermeier- Schmidt,B
Bundesliga 1982, [B12]

1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 c5 4.dxc5 Ich bin kein "Franzose", aber als solcher würde ich mich über diesen weißen Zug freuen. 4...Sd7 Ein äußerst seltener Zug. Vorteil: Adieu Eröffnungstheorie ! 5.Sf3 Dc7 6.Lb5 Lxc5 7.0-0 a6 8.Lxd7+ Da geht er hin, der "Angriffsläufer"... 8...Lxd7 9.Sc3 Se7 Schwarz kann sich wahrlich über den Verlauf der Eröffnung nicht beklagen. Im Folgenden steht der Punkt d4 im Brennpunkt beider Interessen. 10.Lf4 Db6 Danach bekommt der Lc5 etwas Atemnot und das muß eigentlich nicht sein. Besser war vielleicht 10...Sg6. 11.Tb1 Tc8 [11...Sg6] 12.Se2 Ah ja, Weiß zielt auf den Punkt d4... 12...Lb5 ...und Schwarz hat seine Kanonen auch schon aus dem Halfter. 13.b4 Lxe2 14.Dxe2 Ld4 15.Tfd1 Tc4 16.b5 16.Sxd4 Txd4 17.Txd4 (17.Le3 Txd1+ 18.Dxd1 Db5) 17...Dxd4 ist wg. dem weißen Läufer besser für Schwarz. 16...Lc3 16...axb5? 17.Sxd4 Txd4 18.Txd4 Dxd4 19.Dxb5+ ist nicht erstrebenswert für Schwarz; Auch nach 16...Lc5 17.bxa6 Dxa6 18.Sd2 Tb4 19.Dxa6 bxa6 20.Le3 Txb1 21.Txb1 Lxe3 22.fxe3 0-0 23.Tb6 Tc8 24.Txa6 Txc2 25.Ta8+ Sc8 26.a4 steht Weiß im Endspiel besser da. 17.Le3 Dc7 18.bxa6 bxa6 19.Tb6 0-0 20.Txa6 Sc6 21.Tb1 Lxe5









Stellung nach 21. ... Lxe5

Der Pulverdampf hat sich etwas gelichtet: Weiß hat zwar nun einen Freibauern und die b-Linie, aber seine Figuren stehen unkoordiniert, Schwarz beherrscht das Zentrum und der c-Bauer ist ein echter Hänfling. Ich behaupte ´mal schlicht, das Weiß strategisch verloren steht... 22.g3 Lf6 23.Tab6 Ta8 24.Dd3 g6 Schwarz hat alle Zeit der Welt, sich ordentlich hinzustellen. 25.Lf4 Da7 26.Dxc4 Ein Schwindelversuch auf Basis ungewöhnlicher Materialverteilung ? Oder schlicht verzweifelte Zeitnot ? 26.Sd2 Tc3 27.Db5 Sd4 28.Tb8+ Txb8 29.Dxb8+ Dxb8 30.Txb8+ Kg7 31.a4 Txc2 wäre z.B. ein profaner Weg des weißen "Heimgangs". 26...dxc4 27.Txc6 Dxa2 28.Tb7 Dxc2 29.Kg2 De4 30.Tcc7 g5 0-1


Typ 9








Volles Zentrum, d-Bauer Spitze

Diese Konstellation taucht z.B. im Königsinder (natürlich mit dem Strategem c4), in der Nimzowitsch-Verteidigung (1.e4-Sc6) oder auch im Spanier auf. Weiß hat gleich je einen Hebel auf jedem Flügel zur Verfügung: 1. Er kann mit f4 vorstoßen, muß aber nach ...exf4 mit der Schwäche des Bauern e4 rechnen. 2. Der Hebel am Damenflügel ist c4-c5, u.U. mit b4 gestützt, wonach Weiß leicht eine Initiative am Damenflügel aufbauen kann. Der schwarze Gegenstoß am Königsflügel ist f5, wonach der weiße König schnell in´s Visier der schwarzen Angreifer rücken kann. Der Hebel c6 dagegen hat hier weniger Wirkung als f6 bei Typ 8.

Partie 13:

Bednarich (2246) - Mestrovic (2456)
Nova Gorica 2000, [B00]

1.e4 Sc6 2.Sf3 d6 3.d4 Sf6 4.Sc3 Lg4 5.Le3 e5 Auf diesen Zug hat sich Mestrovic laut Datenbank offensichtlich in den letzten Jahren spezialisiert. Alternativ wurde 5...e6 gespielt, z.B. 6.h3 Lh5 7.d5 exd5 8.exd5 Lxf3 9.Dxf3 Se5 10.De2 a6 11.f4 Sed7 12.g4 De7 13.0-0-0 0-0-0 in Shchekachev - Okhotnik, Linares 1999 (½/40). 6.Lb5 Sd7 7.d5 Scb8 8.Le2 8.h3 Lh5 9.g4 Lg6 10.h4 h5 11.g5 a6 12.Lf1 b5 13.Sd2 Le7 14.Tg1 Dc8 15.a4 b4 16.Sa2 Db7 17.c3 a5 18.cxb4 axb4 19.Lb5 0-0 20.Sxb4 mit Gewinnstellung für Weiß in Piket,J-Mestrovic, Sremic Krsko 1998 (1-0/38). 8...Sf6 9.h3 Schwarz läßt sich (und seinen Läufer) nicht treiben wie in der Partie gegen Piket. 9...Ld7 10.a4 Le7 11.a5 0-0 12.0-0 a6 Das Feld b5 ist natürlich wichtig. Infolge der nun eingeleiteten weißen "Umständlichkeiten" kann Schwarz bequem seinen Vorstoß am Königsflügel vorbereiten, aber die lavierende weiße Dame ist nicht ohne...! 13.Db1 Se8 Das Manöver mit Se8, g6 und f5 ist typisch für die schwarze Strategie in dieser Bauernstruktur. 14.Da2 g6 15.Db3 15.Lh6 Sg7 16.Db3 Lc8 17.Se1 Lg5 Auch der Versuch, den schwarzfeldrigen Läufer los zu werden, entspricht der schwarzen Strategie. 18.Lxg7 Kxg7 19.Sd3= 15...Lc8 16.Sa4 Sd7 Hier wäre 16...Sg7 einen Gedanken wert. 17.c4 f5 18.exf5 gxf5 19.c5! Das ist konsequent, wenngleich Weiß nicht ganz ideal für diesen Break steht. 19...Kh8
19...f4?! 20.c6 (20.Ld2?! e4 ist nicht zu empfehlen.) 20...fxe3
A) 21.cxd7? exf2+ 22.Txf2 Lxd7 mit mindestens schwarzem Ausgleich z.B. 23.Dxb7 e4 24.Sd2 (24.Sd4 Txf2 25.Kxf2 Lh4+) 24...Txf2 25.Kxf2 Tb8 und schwarzem Angriff.
B) 21.cxb7 Lxb7 22.Dxb7 exf2+ 23.Txf2 e4 24.Sd4 Txf2 25.Kxf2 (25.Sc6? Txe2 26.Sxd8 Txd8 -+) 25...Db8 26.Dxb8 Sxb8 (26...Txb8 27.Sc6) 27.Se6 mit annähernd entscheidendem Vorteil für Weiß.
20.c6 bxc6 21.dxc6 Tb8 21...Sdf6 22.Lh6 Sg7 23.Sg5 d5 24.Tfd1 mit scharfem, unklaren Spiel. 22.Dc3 Sdf6 23.Tfd1 Se4 24.Dc2 Lf6 25.Tac1 De7 26.Lc4 Dg7 droht ...f4. 27.Kf1 Le7 28.De2 S8f6 29.Lxa6?! Tg8 Jetzt kommt Schwarz an´s Ruder. 30.Se1 f4 31.Lxc8 Wenn 31.Ld2, so 31...f3!. 31...fxe3 32.Dxe3 Tbxc8 33.b4 Tcf8 34.Tc2 d5 35.Tb1 d4 36.Dd3 Dg6 37.Te2 Ld6 38.b5 Sh5 39.Kg1 Sf4 0-1


Typ 10








Benoni-Formation ohne e6

Diese zentrale Bauernstruktur entsteht z.B. beim Alt-Benoni (1.d4-c5 2.d5-d6), aber auch in der modernen Verteidigung / Königsfianchetto, dann natürlich mit ...g6. Weiß kann seinen Raumvorteil als Basis zum Aufbau eines Vormarsches am Königsflügel nützen, wobei einmal mehr der Hebel f4-f5 zentrale Bedeutung hat. Ein weitere Sprengoption besteht im Zentrum durch den Hebel e4-e5. Das schwarze Spiel richtet sich gegen den Damenflügel, z.B. mittels Vormarsch a6/b5 und/oder Schwarz etabliert Vorposten auf d4 oder e5, wobei ersteres Feld einen ideales, aber auch kaum zu erreichenden Standpunkt für einen Springer darstellt, zweiteres dagegen eine recht schwankende Insel in der weißen Angriffsflut werden kann. Häufig wird sich diese Struktur aber durch ...e6 oder ...e5 in die Typen 10x transformieren. In Typ 10a ist die klassische Alt-Benoni-Struktur dargestellt. Weiß hat die Wahl: Er kann mit f4 am Königsflügel vorgehen, wonach aber der Bauer e4 schwarzes Angriffsziel Nr.1 werden kann (nach ...exf5). Oder er kann - was beliebter ist - eine Initiative mit a3 und b4 am Damenflügel anstreben. Schwarz hat ebenfalls beide Hebel, nämlich f5 und b5, muß infolge des Raumnachteils dabei aber wesentlich vorsichtiger manövrieren. Das Schwarz danach trachten muß, einen eventuell vorhandenen schwarzfeldrigen Läufer abzutauschen, ist klar.

Typ 10a








Alt-Benoni-Formation

Typ 10b








Benoni-Formation, offene e-Linie

Die Typen 10b und 10c entstehen z.B. in der modernen Benoni-Verteidigung nach Abtausch des schwarzen e-Bauern gegen den weißen d-Bauern. In 10b ist die Beherrschung der e-Linie essentiell, der weiße Plan besteht im Vormarsch am Damenflügel mittels a3 und b4, zudem hat Weiß ein wichtiges Feld auf e4, von wo ein Springer erheblichen Schaden anrichten kann - Schwarz kann mit dem Vorstoß b5 gegenhalten und hat überdies starke Vorposten auf e5 oder gar d4, wo ein Springer glänzend etabliert wäre. Ansonsten hängt das Gleichgewicht von der Verteilung der verbliebenen Läufer ab. In 10c hat Weiß den zentralen Hebel e5, der mit f4 vorbereitet werden kann. Schwarz wird ein Spiel am Damenflügel aufbauen und seine Bauernmajorität mittels des Aufmarsches ...b5 und ggf. ...c4 in Szene setzen. Das (Figuren-)Spiel gestaltet sich hier wesentlich schärfer als auf Basis der anderen "Zehnertypen".

Typ 10c








Moderne Benoni-Formation

Partie 14:

Sokolov - Lutskan
Lettische Meisterschaft 1993 [A42]

1.e4 g6 2.d4 Lg7 3.c4 d6 4.Sc3 Sc6 5.d5 Sd4 Das ist bei der thematischen Bauernstruktur 10 wohl die einzige Chance, einen Springer-Vorposten auf d4 einzurichten. 6.Le3 c5 7.Sge2 Db6 8.Dd2 8.Lxd4? macht die Diagonale a1-h8 zum schwarzen Nürburgring und Schwarz zum stolzen Besitzer eines schmucken Läuferpaars: 8...cxd4 9.Sb5 a6 10.Sbxd4 Dxb2 mit Vorteil für Schwarz. 8...Ld7 9.Td1 Sxe2 10.Lxe2 Da5 11.0-0 a6 12.f4 b5 13.e5 Beide haben zur Implementation ihrer Strategie nicht lange gefackelt. 13...Sh6 13...dxe5 14.d6 gibt Weiß einen Riesenangriff. 14.Se4 Nach dem verlockenden 14.e6?! fxe6 15.dxe6 Lxe6 16.cxb5 Lxc3 17.Dxc3 Dxc3 18.bxc3 Lg4! steht Weiß dumm da. 14...Dxd2 15.Lxd2 Sf5 16.b4?! Klar, Weiß will sein Bauernzentrum freisperren. An sich ist das auch die richtige Strategie, nur scheint mir, wurde der Hund b4 etwas verfrüht von der Leine gelassen - die Läufer behindern doch zu arg die Sicht der Türme. 16...Sd4?! Schwarz "glaubt" es dem Weißen. Besser wäre gewesen, auch diesen vermeintlich folgerichtigen Zug durchzurechnen, denn nach 16...cxb4 17.c5 (Das war schließlich Sinn der Sache) 17...dxe5 (17...dxc5?! 18.Sxc5 Sd4 19.Ld3 Lf5 20.Lxb4 Lxd3 21.Txd3 mit erheblichem Vorteil für Weiß.) 18.c6 Lc8 19.Lxb4 Sd4 20.Ld3 f5 21.Sc5 e4 22.Lb1 a5 hat Schwarz Vorteil - wenn ich mich nicht irre. 17.Ld3 bxc4 18.Lxc4 Lf5 Wenn 18...cxb4 dann 19.exd6. 19.Sg3 Lc2 Besser ist m.E. 19...Lg4 20.Tde1 Kd7 21.bxc5 dxc5 Am Ende hat Weiß sein Monsterzentrum doch freigesperrt, aber noch ist da der Bärengaul (Wolpertinger?!) auf d4, welcher die d-Linie "verstopft". 22.Lc3 h5 Tja, der Läufer c2 macht keine glückliche Figur... 23.Tf2 Lf5? Besser war 23...h4 24.Se4 Lxe4 25.Txe4 mit allerdings schon beträchtlichem Vorteil für das weiße Heer. 24.Sxf5 gxf5 25.Tb1 Plötzlich öffnet sich mit der b-Linie eine neue Möglichkeit für Weiß. Möglich war auch 25.Lxd4 cxd4 26.Td2 Thb8 27.Txd4, da Weiß die b-Linie jederzeit mit dem Läufer sperren kann. Aber Sokolov geht auf Nummer Sicher. 25...Thb8 26.Tfb2 Txb2 27.Txb2 Ta7 28.Tb8 e6 29.Tg8 Der Fuchs ist im Hühnerstall ! 29...Lh6 30.Lxd4 cxd4 31.dxe6+ fxe6 32.Tg6 Lf8 33.Lxe6+ Kc6 34.Lxf5+ Kd5 35.Ld3 Le7 36.Kf2 a5 37.Ta6!? und jetzt gibt Schwarz offensichtlich auf !? Tatsächlich aber kann Weiß sich diese Abwicklung trotz ungleicher Läufer leisten, die e- und f-Bauern sind wahre Monster ! 1-0

Partie 15:

Ekstroem (2501) - Illi (2198)
Weihnachtsopen Zürich 1999 [A53]

1.c4 c6 2.e4 e5 3.Sf3 d6 4.d4 Lg4 5.Le2 Sd7 6.0-0 Sgf6 7.Sc3 Le7 8.Le3 0-0 9.d5 c5 Unversehens ist eine Alt-Benoni-Bauernformation entstanden, was aber unter diesen Umständen nicht so günstig für Schwarz ist. Denn Weiß kann sofort den ersten Pluspunkt einheimsen, indem er seinen schlechten Läufer tauscht: 10.Se1 Lxe2 11.Dxe2 Se8 Schwarz will es Weiß mit ...Lg5 gleichtun. 12.Dd2 g6 Die routinemäßige Vorbereitung von ...f5. Angesichts der getauschten weißfeldrigen Läufer und des nächsten Zuges von Weiß wäre eine Initiative am Damenflügel mit a6, Sc7, b5 vorzuziehen. 13.Sd3 Annähernd eine Idealaufstellung für den Gaul, der sowohl zu den Hebelpunkten b4/c5 als auch f4/e5 blickt. 13...Sg7 14.f4 a6 14...exf4 15.Lxf4 f5 16.e5 Sxe5 17.Sxe5 dxe5 18.Lxe5 bietet Schwarz auch keine berauschenden Aussichten. 15.f5 15.fxe5 Sxe5 16.Sxe5 dxe5 17.Tad1 beschert Weiß ebenfalls Vorteil, da Schwarz die ideale Blockadefigur für das Feld d6, den Springer, u.a. wegen des Le3 (Guter Läufer, braver Läufer !) nicht etablieren kann. 15...g5 Schwarz spielt nun auf Totalblockade... seiner Figuren. 16.a4 Sb6 17.b3 a5 18.g4 Sd7 19.Kf2 Sf6 20.Tg1 h6 21.h4 Sh7 22.Tg2 Weiß bereitet die Verdoppelung der Türme in der h-Linie, ggf. unterstützt durch Se1-f3, vor. Angesichts dieser Möglichkeit bastelt sich Schwarz einen freien h-Bauern, um wenigstens Gegenspiel zu bekommen. 22...gxh4 23.Lxh6 Lg5 24.Lxg5 Dxg5 25.Dxg5 Sxg5 Endlich ist Schwarz seinen miesen Läufer los. Dafür haben seine Springer nun Bewegungsprobleme, der h-Bauer ist morbid und der schwarze König ist den beiden weißen Türmen noch nicht entkommen. 26.Th2 h3 27.Kg3 Se8 28.Sf2 Sf6 29.Sxh3 Sgxe4+ 30.Sxe4 Sxe4+ 31.Kf3 Sf6 32.g5 Sh7 33.f6 Der Sargnagel für den schwarzen Monarchen. 33...e4+ 34.Ke3









Schlußstellung

Gegen T1h1 ist kein Kraut mehr gewachsen. 1-0 Eine recht typische Niederlage für Schwarz in dieser Bauernformation, in der Gegenspiel (fast) alles ist.

Partie 16:

Prakash (2435) - Saravanan (2412)
Mumbai 2000 [A43]

1.d4 g6 2.c4 Lg7 3.e4 c5 4.d5 d6 5.Sc3 e6 6.Sf3 Se7 7.h3 0-0 8.Ld3 exd5 9.exd5 Sd7 10.0-0 Se5 11.Sxe5 Lxe5 12.Lg5! Das zwingt den schwarzen Läufer auf e5 in eine kleine Kammer, sei sie auch noch so zentral. 12...f6 12...Dd7 13.Te1 Te8? 14.Txe5 dxe5 15.Se4 Kg7 16.Sf6 Dd8 17.d6 ist ein typischer Reinfall für den Stellungstyp. 13.Le3 g5 Das gibt Weiß eine nette Angriffsmarke. 13...Sf5 14.Ld2 Te8 15.Te1 Ld7 16.Tb1 a6 17.b4 ist besser, doch Weiß hat auch hier Vorteil. 14.Dc2 Tf7 15.f4 gxf4 16.Lxf4 f5 17.Lxe5?! Ohne Not tauscht Weiß den Läufer und verschafft Schwarz ein hübsches Bauernpärchen. Besser war 17.Tae1 Lxf4 18.Txf4 Sg6 19.Tf2 , wonach Schwarz große Probleme mit seinem f-Bauern hat. 17...dxe5 18.Tae1 Dd6 19.Sb5 Df6 20.Sc7 Tb8 Die Situation schaut schon bedrohlich aus für Schwarz - allein, Weiß kann diesen optischen Vorteil nicht nützen. 21.Dc3 Sg6 22.Se6? Hier war der reumütige Rückzug geboten: 22.Sb5 a6 23.Sa3 b6 mit inzwischen jedoch besseren Perspektiven für Schwarz. 22...Lxe6 23.dxe6 Dxe6 24.g4 fxg4 25.Txf7 Kxf7 26.Kh2 g3+ Ergebnis: Nicht Weiß hat Angriff, Schwarz attackiert ! 27.Kxg3 Tg8 28.Kh2 Sf4 29.Le4 b6 30.b3 Tg5 31.Df3 Ke7 32.Ld5 Dh6 33.Dc3 Kd6 34.Lh1 Sxh3 35.Td1+ Ke7 36.Dxh3 Th5 37.Td7+ Ke8 38.Lg2 Txh3+ 39.Lxh3 Dxh3+ 0-1

Partie 17:

Gligoric - Cvitan
Meisterschaft Yugoslavia 1982 [A75/07]

1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 e6 4.Sc3 exd5 5.cxd5 d6 6.Sf3 g6 7.Lf4 a6 8.a4 Lg7 9.e4 Lg4 10.Le2 0-0 11.0-0 Lxf3 12.Lxf3 Te8 Das verliert Zeit. Wie noch zu sehen sein wird, wäre Schwarz gut beraten, so schnell wie möglich Sbd7 zu spielen, um die Angriffsmarke e5 zu überdecken. Deswegen hat sich inzwischen in dieser Variante 12...De7 als meist gespielter Zug durchgesetzt. 13.Te1 Dc7 14.e5!? Der einzig richtige Moment für diesen Break. Schwarz hätte sonst im nächsten Zug ...Sbd7 gespielt. 14...dxe5 15.d6 Db6 16.a5 Weiß läßt Schwarz nicht zur Ruhe bzw. Entwicklung kommen. So ein vorgeprellter Bauer ist eine zweischneidige Sache - konsolidiert sich nämlich der Gegner, wird der Superagronom oft zum Minusbauern. 16...Db4?! Wohl besser war 16...Dxb2!?, obwohl Schwarz nach 17.Sa4 auf einer Zielscheibe tanzt, z.B. 17...Dd4 18.Dxd4 cxd4 19.Sb6 Ta7 (19...exf4 20.Sxa8 Td8 21.Tab1 Txd6 22.Txb7±) 20.Lxe5 und Weiß sollte die besseren Karten haben, z.B. 20...Sc6 21.Lxc6 bxc6 22.Lxf6 Txe1+ 23.Txe1 Lxf6 24.Te8+ Kg7 25.d7; Die Variante 17...Db4 18.Ld2 Dd4 19.Sb6 Ta7 ist allerdings unklar - zumindest hat Schwarz auch hier kein leichtes Leben. 17.Ta4 Dxb2 18.Ld2 Droht die Dame mit 19.Ta2 Db4 20.Sd5 abzuholen. 18...c4 Das öffnet der "genötigten" schwarzen Prinzessin Fluchtfelder - allerdings auf Kosten von Material. Dagegen reicht 18...e4? schon gar nicht aus: 19.Ta2 Db4 20.Sxe4 (Drohung Sxf6+) 20...Db5 21.Tb2 und Schwarz steht auf Verlust, z.B. 21...Dxb2 (21...Dc4 22.Sxf6+; 21...Dd7 22.Txb7) 22.Sxf6+ Lxf6 23.Txe8+ Kg7 24.d7 Dd4 25.d8D Lxd8 26.Txd8 Dxd8 27.Lc3+. 19.Txc4 Sc6 Schwarz muß sich entwickeln, koste es auch weiteres Material - noch ist die Dame nämlich ihren Häschern nicht entkommen. 20.Lxc6 bxc6 21.Txc6 Da3 22.Da4! Ein sehr weitsichtiger Zug, der in ein gewonnenes Endspiel führt. 22...Dxa4 23.Sxa4 Lf8 24.Sb6 Mehr und mehr entwickelt sich der d-Bauer vom drohenden Hopp zum prosperierenden Topp. 24...Tad8 25.Lb4 Te6 26.Td1 Gligoric konnte natürlich den e-Bauern mit 26.Sc4 abholen, aber Schwarz wird sowieso durch den Dorn im Fleisch d6 paralysiert - da ist es eine Lust, zu spielen ! 26...h5 27.Kf1 Kg7 28.Ke2 g5 29.Sc4 Ta8 30.Tc7 Kg6 31.La3 Se4 32.Td3 Td8 33.d7 Lxa3 34.Txa3 Sd6 35.Sb6 Sb5 36.Tc8 und Schwarz gab auf wegen 36...Txd7 37.Sxd7 Sxa3 38.Sf8+ 1-0


Typ 11








Vorgestoßener e-Bauer, d-Linie offen

Diese Formation entwickelt sich z.B. in Varianten der Aljechin-Verteidigung oder in der Alapin-Variante der sizilianischen Verteidigung. Die weißen Chancen liegen hier im direkten Angriff auf die kleine Rochade, womöglich mit einem Läufer auf d3 und schnell auf der h- und g-Linie eingreifenden Schwerfiguren. Für Schwarz andererseits ist der Bauer e5 ein Angriffsziel, die Beherrschung der Diagonale g1-h7 wäre ein zusätzlicher Pluspunkt. Auf d5 kann sich eine starker schwarzer Vorposten bilden, das Feld e4 dagegen kann von Weiß als zentraler Stützpunkt genützt werden.

Partie 18:

Duarte (2320) - Queirolo (2175)
Santiago de Chile 1998 [B05]

1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.Sf3 d6 4.d4 Lg4 5.h3 Eine eher harmlose Fortsetzung. 5...Lxf3 6.Dxf3 dxe5 7.dxe5 e6 8.Ld2 Diese Variante ist ein seltener Gast in der Aljechin-Verteidigung. Üblich sind an dieser Stelle z.B. 8.Lc4 oder 8.a3. Schlecht dagegen ist 8.c4? Sb4. 8...c6 9.Sc3 Dc7 10.Dg3 Sd7 11.f4 0-0-0 12.Se4 g6 Thematisch und vielleicht besser ist 12...f6 , z.B. 13.exf6 S7xf6 14.Sxf6 (14.Sg5 Ld6) 14...gxf6 15.c4 Sb4 16.Dc3 Le7= oder 13.c4 Sb4 14.Db3 Sa6 15.exf6 gxf6 16.0-0-0 Sac5=. 13.c4 Sb4 14.0-0-0!? Weiß fühlt sich verpflichtet, einen Bauern zu opfern, um mit Tempo den "Claim" auf d6 auszubeuten. Nach 14.Dc3 oder 14.Db3 kann er nämlich kaum auf Vorteil hoffen. 14...Sxa2+ 15.Kb1 Sb4 16.Da3 Sa6 16...a5 17.Sd6+ Lxd6 18.exd6 Dxd6 19.Dxa5 Sa6 20.Le2 sieht angesichts des weißen Läuferpaars, besonders aber aufgrund der schwarzen Felderschwächen schon etwas verdächtig aus, ist aber m.E. vorzuziehen. 17.Sd6+ Lxd6 18.exd6 Db8 Schwarz hat einen Pfahl im Fleisch stecken; der Bauer d6 zwingt die schwarze Prinzessin in eine etwas peinliche Position. Aber das ist nicht der größte Ärger: Der schwarzfeldrige Läufer kann wirklich in jedes Zimmer der schwarzen Festung blicken. 19.La5 Tde8 20.Lc3 Thg8 21.Ld3 f5 Den weißfeldrigen Läufer will der schwarze Schlachtenlenker nicht auch noch zum Spannen mit g4 und f5 einladen. 22.The1 Sac5 23.Lc2 Sa6 Nach 23...g5 24.b4 Se4?! (24...Sa6 siehe einen Zug später) 25.Lxe4 fxe4 26.fxg5 Txg5 27.g4 h5 28.Txe4 ist der Vorteil von Weiß offensichtlich. 24.b4 c5? Offensichtlich geraten nun beide Spieler in schreckliche Zeitnot: 24...g5 war nötig - looking for counterplay... 25.La4?! 25.b5 Sb4 26.Lxb4 cxb4 27.Dxb4+-. 25...cxb4 26.Lxb4 Sxb4 27.Dxb4 g5 28.c5 gxf4? 29.Dxf4?! 29.Lxd7+ Kxd7 30.Db5+ Kd8 31.c6+-. 29...Tgf8 30.Dh6 b5 31.Lb3 Tf6 32.Dxh7 1-0


Typ 12








Vorgestoßener d-Bauer, e-Linie offen

Wichtiger als in Typ 11 ist hier die Kontrolle der offenen e-Linie. Weiß hat zwar Raumvorteil und einen Stützpunkt auf d4, Schwarz dafür zwei potentielle Vorposten auf c5 und besonders e5. Weiß muß seinen Raumvorteil sehr sorgfältig pflegen, Schwarz dagegen entweder den d-Bauern beseitigen bzw. tauschen oder eine Lösung für seinen schwarzfeldrigen Läufer finden.

Partie 19:

Voge - Panchenko
Osteropen Essen-Borbeck 2000 [B05]

1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.d4 d6 4.Sf3 Lg4 5.Le2 Sc6 6.exd6 exd6 7.0-0 Le7 8.c4 Sb6 9.d5 Ich halte z.B. 9.Sbd2 für besser, weil man mit dem Textzug Schwarz doch zu sehr entgegenkommt - der etabliert nicht nur einen wunderbaren Springer auf e5, sondern kann auch noch den Bauern c4 "scharf anblicken". 9...Lxf3 10.Lxf3 Se5 11.Le2 0-0 12.Dc2 Te8 13.Le3 In der Partie Vingerling - Schmidt, Landesliga Süd 1995 , brachte Weiß seinen Turm sozusagen mit Tempo in´s Spiel : 13.a4 a5 14.Ta3 c6 15.Th3 g6 16.f4 Sed7= und Weiß hat bessere Perpektiven als nach dem Textzug. 13...Sg6 14.Sd2 Lg5! Natürlich halbiert der Läufertausch nicht nur das weiße Läuferpaar, sondern Schwarz tauscht seinen schlechten (und einzigen) Läufer gegen den weißen "guten" Läuferzwilling. 15.Lxg5 Dxg5 16.Lf3 Sh4 17.Dd3 Sd7 Die Rappen laufen zur Hochform auf - so droht nun ...Se5 nebst ...Sexf3. 18.Le4? Auch 18.Se4? Dg6 19.Kh1 Se5 verliert. Einzig möglicher Zug ist noch 18.Dc3 , doch es folgt 18...Te2! 19.Se4 Dg6 20.Sg3 Tc2 und Weiß wird den c-Bauern verlieren. 18...Txe4 19.Dxe4 Sc5 20.f4 Dg4 0-1

 Schachfiguren Tutenchamun Pharao von Ars-Bavaria
Schachfiguren Tutenchamun Pharao
aus Kunststein, handbemalt
Zur Bestellung clicken
 Schachuhr
DGT Travel 960. Digitale Schachuhr für die Westentasche.
Suchen nach:
In Partnerschaft mit Amazon.de


Copyright © 24.03.2003 Thomas Siebe

Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von den Inhalten der Seiten, zu denen die Links auf meinen Seiten führen, weil ich auf diese Inhalte keinen Einfluß habe, u.U. aber dafür verantwortlich gemacht werden könnte, weil ich sie gelinkt habe.

Links Der Schachcookie